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OTTO-SEO: Diese Hamburger Unternehmerin macht über den Marktplatz siebenstellige Umsätze

Wie Svenja Teichmann eine Marktlücke clever ausnutzt

Svenja Teichmann

Svenja Teichmann, Gründerin und CEO von Disset Mode (Foto: Stefan Groenveld)

Kommt nach Google-, Youtube- und Amazon-SEO nun Otto-SEO? Die Hamburger Unternehmerin Svenja Teichmann platziert die Produkte von Marken wie Pepe Jeans, Desigual und Lee optimal auf Ottos Plattform. Mit ihrem Unternehmen Disset Mode hat sie in diesem Jahr bereits eine knappe Million Euro Umsatz gemacht.

Im Hauptberuf führt Svenja Teichmann gemeinsam mit Sven-Olaf Peeck die Content-Marketing-Agentur Crowdmedia. Schon vor fünf Jahren startet sie ihr Nebenprojekt Disset Mode. Vorher hatte sie lange als Freelancerin bei Otto und später festangestellt beim Otto-Marktplatz „One-Stop-Shopping“ gearbeitet und neue Brands für die Plattform akquiriert. Mit diesem Wissen und den Kontakten in die Modebranche startet sie das Projekt mit ihrem ehemaligen Geschäftspartner und 50.000 Euro Stammkapital aus eigener Tasche.

Schon während ihrer Arbeit bei Otto erkennt sie das große Problem für kleinere und mittelgroße Modemarken: „Viele Marken haben zwar großes Interesse daran, auf Plattformen wie Otto aufzutauchen, aber es fehlt oft an Expertise und Personal. Teilweise haben sie gar keine Fotos und Daten zu den Produkten.“ Das regelt Teichmann mit Disset Mode: Sie fotografiert und inszeniert die Produkte, stellt die Bilder bei den Plattformen ein, pflegt und optimiert die Produktdaten und kümmert sich um den Versand.

Agieren wie ein Online-Shop

„Derzeit listen wir etwa 400 Artikel allein bei Otto“, sagt Teichmann zu Online Marketing Rockstars. Dem Otto-Marktplatz gelte das Hauptaugenmerk von Disset. Der Endkunde merke bei der Bestellung aber gar nicht, dass weder Otto noch die Fashion-Brand für die Logistik verantwortlich sind: „Otto sammelt die Bestellungen und schickt uns die Aufträge. Wir wickeln dann im Hintergrund die Lieferung über unser Lager ab. Der Kunde kommuniziert nur mit Otto und auch die Retouren übernimmt der Konzern“, sagt Teichmann. „Wir haben am Anfang aus einem Keller Waren verschickt, jetzt haben wir ein eigenes Lager.“

Geschäftsmodell Disset Mode

Das Geschäftsmodell von Disset Mode im Detail.

Die Ware kauft Disset Mode wie Betreiber von Online Shops direkt von den Marken. Diese sind größtenteils bekannte Player wie Lee, Scotch & Soda, Pepe Jeans und Desigual. Dazu braucht es enge Kontakte und Partnerschaften zu den Brands. Am Ende agiert Disset Mode aber eben nicht als Dienstleister sondern im eigenen Auftrag. Das Unternehmen geht in Vorleistung und nutzt das fehlende Know-how auf Seite der Marken, um diese auf den Shopping-Plattformen zu platzieren.

Doppelt vom Marketing der anderen profitieren

Für jeden Verkauf zahlt Disset Mode eine Provision an die Plattform. Bei Amazon liege die bei 15 Prozent, bei Otto höher – wird aber individuell verhandelt. „Bei der Zusammenarbeit mit Otto, About You und Amazon bleibt zwar weniger Marge übrig, als für Online-Shop-Betreiber. Weil wir keine Marketing-Ausgaben haben, ist die Marge für uns trotzdem groß genug“, sagt Teichmann. Das Marketing werde schließlich von anderen übernommen. Auf der einen Seite helfe die Markenbekanntheit der Brands dabei, Verkäufe zu generieren, auf der anderen Seite sorge die jeweilige Plattform für Kunden.

Wenn dann noch die Produktbezeichnungen und -beschreibungen clever mit Keywords besetzt werden, funktioniert das mit dem Verkauf – Otto-SEO sozusagen. „Generell gehen wir nicht früh in Rabattschlachten, da wir unser Risiko auf die Plattformen verteilen und so hohe Abverkaufsquoten zum Originalpreis erzielen. Wir haben Marken mit bis zu 90 Prozent Abverkaufsquote ohne Reduzierung. Das mögen auch die Marken“, sagt Teichmann. Über die Verkäufe von Waren über die Plattformen wird der Umsatz von Disset in 2016 bei 800.000 bis 900.000 Euro liegen – eine Steigerung von 30 Prozent zum Vorjahr.

Fast eine Million Euro Umsatz mit einem 5er Team

„Unsere stärksten Marken sind Khujo, Desigual und Pepe Jeans“, sagt Teichmann. Durch ihre Kontakte aus Otto-Zeiten und ihr privates Netzwerk hat sie Zugang zu den Brands und gewinnt diese für die Plattformen. Seit September 2015 verantwortet ihre Mitarbeiterin Dominique Arnold den Einkauf und die Akquisition weiterer Marken. Sie leitete vorher den Dameneinkauf beim Frontline-Shop und konnte ebenfalls Ihre Kontakte einbringen Gleichzeitig stimme sich das Team eng mit dem Einkauf von Otto ab. Das Versandhaus achte stark auf Markenrechte – sobald eine Marke von Otto selbst angebunden wird, kann kein Plattformpartner wie Disset diese in sein Sortiment aufnehmen. Bei Disset arbeitet ein reines Frauen-Team an der Entwicklung des Unternehmens. Teichmann engagiert sich zeitgleich bei den Digital Media Women für mehr Sichtbarkeit von Frauen im Business.

Die Konkurrenz von Disset schläft aber offenbar nicht. Mitte 2016 finanzierten zwei Ex-Otto-Mitarbeiter ihr Projekt „heypaula“ über ein Crowdfunding auf der Plattform Seedmatch. Das Unternehmen konzentriert sich derzeit offenbar noch größtenteils auf höherpreisige Marken – darunter Replay und True Religion. Außerdem hat „heypaula“ Zugang zur Zalando-Plattform und betreibt einen eigenen Online-Shop mit den Produkten, die auch auf den Shopping-Plattformen gelistet sind. Ansonsten gleichen sich die Projekte stark.

Investorensuche und Einbindung weiterer Plattformen

„Wir wollen in der nächsten Zeit neue Marken für das Projekt begeistern, die Logistik noch professioneller aufstellen und weitere Plattformen wie etwa Zalando anbinden“, sagt Teichmann. Bisher sei das Unternehmen nur aus dem Cashflow gewachsen und seit der Gründung profitabel. Aus eigenen Mitteln könne Disset derzeit allerdings nicht so stark wachsen, wie sich die Gründerin das vorstellt. Deshalb suche Teichmann nach Investoren, um die nächsten Schritte anzugehen. Denn das Wachstumspotenzial sei vor allem im Bereich internationaler Marken da. Disset bietet sich für diese an, um sich erstmals auf dem deutschen Markt und den größten Shopping-Plattformen zu platzieren – ohne das größte Risiko.

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4 Kommentare

  1. Daniel 21.12.2016 um 12:21 Uhr Antworten

    Tolle Story, abbbbbbberrrr…. man ist vollständig abhängig von den Plattformen. Wenn Otto sich aufgrund der guten Verkaufszahlen entscheidet, nun Pepe Jeans, Desigual, etc in das eigene Sortiment aufzunehmen, ist Disset raus. Das ist glatt wie bei Amazon: Stellt AMZ fest, das durch Dritte etwas gut läuft, wird das Produkt selbst vertrieben und der Händler guckt in die Röhre. Gilt eigentlich für alle Plattformen. Dadurch das man als „Zwischenhändler“ in Vorleistung geht, kein unerhebliches finanzielles Risiko !

  2. Bin dabei! 21.12.2016 um 15:18 Uhr Antworten

    Kontakte und Geld sind alles mehr zählt nicht für den Erfolg. Als ob man einfach so als Gründer oder Unternehmer bei Otto und Co seine Ware platzieren kann bzw an solche Ware kommt. Hier steht ja schon geschrieben das sie gute kontakte zu otto und ins Modegeschäft hatte. Gib mir Geld und Kontakte und ich bau dir genauso eine Millionenfirma auf. Das ist wie ein Fertiggericht in die Microwelle stellen und abwarten 😀

  3. Svenja Teichmann 21.12.2016 um 18:33 Uhr Antworten

    @Daniel
    Der Einkauf von Otto kauft die Marken bereits ein. Die Kollektionen sind aber größer, so dass ausreichend Artikel für uns bleiben. Wir kaufen dann ergänzendes Sortiment zum Einkauf. Im Modebereich ist es aber weitestgehend Saison-Geschäft d.h. ein Artikel läuft nur ein halbes Jahr und dann gibt es neue Kollektionen.
    Mit dem Risiko als Zwischenhändler hast du natürlich recht, das wird zur Risikominimierung auf mehrere Plattformen und Marken verteilt.

    @Bin dabei!
    Kontakte und Netzwerk sind wichtig keine Frage.
    Aber unterschätzt werden dann die unternehmerischen Tätigkeiten: Verantwortung, Mitarbeiter, Warenrisiko, strategische Geschäftsentwicklung, Prozessoptimierung um nur ein paar Punkte aufzuzeigen.
    Eine Geschäftsidee ist das eine, die erfolgreiche Umsetzung das andere. Fast jeder Investor/VC sagt dir „wir investieren in Teams – nicht in Ideen“

  4. Steve-O 02.01.2017 um 12:00 Uhr Antworten

    Wo ist da jetzt genau die Innovation? eCommerce-Dienstleister, die Marken an Marktplätze anbinden gibt es schon seit Ewigkeiten. Beispielsweise ChannelAdvisor mit mehr als 6 Milliarden Handelsumsatz über Marktplätze oder SellitSmart oder iWays Sales Solutions etc. pp.

    Die im Beitrag genannten Umsätze sind sechsstellig und es ist der Umsatz der Kunden der Agentur auf den Marktplätzen und kein Umsatz oder Gewinn der Agentur. Vielleicht habe hier auch einfach nur einige, wichtige Details im Artikel übersehen?

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  1. Wie funktioniert das Ökosystem rund um Marktplätze? Updates zu Zalando & heypaula | Kassenzone

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