Mit diesen 3 Hacks schreibst du bessere KI-Texte

Tim Jaschke zählt zu den bekanntesten Gesichtern auf LinkedIn und schreibt seit mehreren Jahren „Texte mit Wumms“ für seine Kund*innen. In diesem Artikel verrät er dir, wie du Inhalte mit KI generierst, die nach dir klingen.

Inhalt
  1. Das Problem mit KI-Texten
  2. Auch mit KI: Textarbeit bleibt Arbeit
  3. 3 Hacks, mit denen deine Texte nicht nach KI klingen
  4. Mehr Text-Hacks von Tim in der Digital Marketing School
Hier ein Dreiklang zu viel, dort der fünfte Gedankenstrich in einem kurzen Absatz und dann auch noch die Formulierung „Es ist nicht X. Es ist Y“. KI-Texte lassen sich mittlerweile anhand einfacher Marker erkennen. Dabei ist es eigentlich ganz einfach, gute Texte verfassen zu lassen, die nicht nach KI-Slop klingen. Text-Profi Tim Jaschke gibt dir drei Tipps, wie du Claude, Gemini und Co. für deine Textarbeit richtig einsetzt. 

Das Problem mit KI-Texten 

Wenn ein Text von einer KI geschrieben und ohne Überprüfung veröffentlicht wurde, dann merkst du das in der Regel ziemlich schnell beim Lesen. KI-Texte verraten sich meist gleich auf zwei unterschiedlichen Ebenen. 

KI auf den ersten Blick: Die Text-Oberfläche 

Die erste Ebene ist die Oberfläche, also die Art, wie ein Text strukturiert und aufbereitet ist. „Was KI sehr gut macht, sind Dinge, die Menschen oft weniger gut machen, nämlich Struktur und Spacing. Das sieht dann schnell ein bisschen zu perfekt aus“, sagt Tim Jaschke im Gespräch mit OMR Education. Was er meint, zeigt sich schon beim ersten Blick auf einen Text: Zu viele Emojis, viele kurze Sätze und alles in gut unterteilten, absolut logischen Häppchen. 
Dazu kommen die bekannten textlichen KI-Marker. Zu diesen zählen unter anderem Antithesen nach dem Schema „Es ist nicht X, es ist Y“, pathetische Ausdrucksweisen oder Formulierungen, die es im Englischen gibt, auf Deutsch aber eigentlich ungewöhnlich sind. Tims Lieblingsbeispiel: „Hier ist, warum“, abgeleitet aus der gängigen Formulierung „Here's why“.  

KI-Texte folgen Wahrscheinlichkeiten, nicht Inhalten 

Die zweite Ebene lässt sich unter dem Begriff „Rhythmus“ zusammenfassen. Was damit gemeint ist, erklärt Tim: „KI trifft immer die erwartbare Formulierung. Menschen hingegen schreiben teilweise sehr überraschend und wählen ungewöhnliche Verkettungen von Sätzen.“ Man liest KI-Texte in der Regel schneller, weil nie ein Wort oder eine Formulierung kommt, mit dem man nicht gerechnet hat und über die man stolpert. Auch Studien zeigen, das LLMs einen nachweislich anderen Schreibstil haben als Menschen. 
Wonach man bei KI-Slop-Texten häufig leider vergebens Ausschau hält, ist der Inhalt. „Es liest sich im ersten Moment gut, aber im zweiten hat der Text dann keine Aussage“, so Tim im Gespräch. Fehlt der KI der Kontext, füllt sie selbstständig die Lücke – und das meistens ziemlich generisch. 

Lesetipp: Vom KI-Slop zu guten Inhalten. Welche KI-Maker es gibt und wie du sie vermeidest, erfährst du in diesem Artikel.

Auch mit KI: Textarbeit bleibt Arbeit

Was viele Menschen, die Texte mit KI schreiben und ungeprüft hochladen, nicht beachten: Um gute Texte mit der Technologie zu schreiben, musst du zunächst erkennen können, was einen guten Text ausmacht. Das heißt, wenn du dich vorher nicht damit beschäftigt hast, was dein generierter Text erreichen soll, wen du ansprechen möchtest und welche Formulierungen wohl eher dem sogenannten „Phrasenschwein“ angehören, wird dein Text nicht gut. Und das auch nicht mit Claude, ChatGPT oder Gemini.
„Meinem Anspruch genügt kein einziger KI-Text, den ich je generiert habe. Den musste ich immer noch stark überarbeiten“, meint Tim. Den Wert seiner Arbeit sieht er darin, diese Texte mit dem Kontext aus sechs Jahren Copywriting zu schärfen. Er schreibt mit KI zum Beispiel für seine eigene Website, erstellt Marketing-Material oder auch Texte für Kund*innen. Aber warum generiert Tim nun bessere Texte als der Durchschnitt? 

The one and only? Nicht bei KI-Texten 

Tim erklärt im Gespräch über seine Arbeit mit KI: „Ich würde niemals den allerersten Entwurf akzeptieren, weil das der KI das Signal gibt, dass die ersten Entwürfe gut sind, was sie nicht sind. Damit verschenkst du die Chance, den Output mit relativ wenig Aufwand zu schärfen.“
Das heißt für dich konkret: Es gibt nicht den einen, einzigen Textentwurf, der mit KI entstanden ist. Du musst immer das erste Ergebnis prüfen, Feedback geben und dich nicht mit einer mittelmäßigen Antwort zufriedengeben. Ein paar einfache Fragen, die dir zum Start dabei helfen können, deine KI-generierten Texte zu reviewen, sind zum Beispiel: 
  • Ist der Text im passenden Schreibstil? 
  • Gibt es Textpassagen, die gut klingen, aber nichts aussagen? 
  • Ist die Aussage, die du mit dem Text vermitteln möchtest, deutlich?
  • Benötigen die Lesenden und damit die KI mehr Kontext, um den Text zu verstehen?   
Dass Tim diesen Schritt konsequent durchführt, ist ein Grund dafür, warum seine Texte nicht nach KI klingen. 
OMR Report KI im Kreativprozess
So nutzt du KI richtig Hol dir den OMR Report KI im Kreativprozess Praxis-Guide und lerne, wie du Texte, Bilder und Videos mit KI erstellen kannst.

Gute KI-Texte brauchen Erfahrung

Einen Vorteil hat Tim aber, der sich nicht so einfach auf andere Menschen übertragen lässt: Er hat sich in den vergangenen Jahren eine Expertise aufgebaut. „Du brauchst Erfahrung, was funktioniert und was nicht, weil ansonsten die KI-Aussage gegen deine Aussage steht“, sagt er.  Im Idealfall würden sich deine Erfahrungen auf Zahlen stützen. Wer zum Beispiel bei Werbeanzeigen schwarz auf weiß sieht, welche Formulierungen in der Vergangenheit gut performt haben und welche nicht, hat einen Kontext, den ein KI-Modell nicht hat, so Tim.
Tim Jaschke Zitat .png
Heißt das nun, dass du nur brauchbare KI-Texte schreiben kannst, wenn du vorher Texter*in warst? Natürlich nicht. Allerdings musst du dir im Klaren darüber sein, dass auch KI-Texte nicht ohne Übung und Arbeit außergewöhnlich gut werden. Damit du gleich loslegen und deine Texte optimieren kannst, hat Tim im Gespräch drei Tipps geteilt, die deine KI-Texte sofort besser machen. 

3 Hacks, mit denen deine Texte nicht nach KI klingen

1. Gib der KI alles, was du ohne sie geschrieben hast

Egal, ob deine bisherigen LinkedIn-Texte, Newsletter oder Artikel – gib der KI alles, was du ohne sie geschrieben hast mit dem Befehl: „So habe ich bisher geschrieben, lerne meine Formulierungen und wie ich Texte aufbaue.“ Dieser Schritt ist vor allem wichtig, wenn der Text unter deinem Namen erscheint. Ansonsten entsteht ein Bruch zu dem, was Leute von dir gewohnt sind zu lesen. 
Wenn du noch keine eigenen Texte hast, kannst du dich zum Beispiel auch beim Sprechen über ein ausgewähltes Thema aufnehmen und das Transkript analysieren lassen. Tim nutzt hierfür zum Beispiel das Tool Whisper. 

2. Lass dir eine Verbotsliste von der KI selbst schreiben

KI-Modelle geben bereitwillig Auskunft über ihre eigenen Macken. Frage die KI selbst nach einer Liste typischer KI-Formulierungen. Hast du diese Liste, kannst du dem Tool verbieten, Formulierungen, die sie selbst aufgeschrieben hat, zu nutzen. Ergänzen lässt sich das mit der Wikipedia-Seite „Signs of AI writing“, einer Sammlung typischer KI-Muster mit echten Beispielen. 

3. Gib der KI Kontext 

Der mit Abstand häufigste Fehler beim Schreiben mit KI ist ein generischer Prompt à la: „Schreibe mir einen LinkedIn-Post“. Schon zwei Minuten mehr Aufwand für Kontext, Anforderungen an Inhalt, Form und Sprache bringen dir ein viel besseres Ergebnis. Am besten kommt der Kontext dafür aus deinem Kopf. Eigene Projekte, konkrete Situationen, Zahlen aus der Praxis oder interne Benchmarks eignen sich besonders gut als Kontext, weil sich diese nicht einfach ergoogeln lassen. Wer keine Lust hat, lange Prompts einzutippen, kann stattdessen die Sprachfunktion des jeweiligen KI-Tools nutzen. 

Mehr Text-Hacks von Tim in der Digital Marketing School

Vom 29. September  2026 bis zum 2. Oktober 2026 findet die Digital Marketing School von OMR Education statt. In vier Tagen und acht Sessions à 75 Minuten lernst du alles zum Thema KI im Marketing.
Für alle, die tiefer in die Textarbeit wollen, ist Session 5 am 1. Oktober von 9:30 bis 10:45 Uhr die richtige Wahl. Welche Formulierungen, Wörter und Satzmuster solltest du streichen? Wie schreibst du mit KI? Welche Prompts brauchst du und was muss der letzte manuelle Schliff leisten? Antworten auf diese und noch viele weitere Fragen liefert dir unser Experte Tim in seiner Session: „Schreiben mit KI: So behältst du deine eigene Stimme“. Einzelne Sessions kannst du schon ab 29 Euro besuchen, das Komplettpaket inklusive Zertifikat und Aufzeichnungen aller acht Termine kostet dich 199 Euro.
KI
Nadine von Piechowski
Autor*In
Nadine von Piechowski

Nadine ist Redakteurin bei OMR Education und Expertin für Themen rund ums digitale Business und Online-Marketing. Für den OMR Report beschäftigt sie sich regelmäßig tiefgehend mit Updates, Trends und News aus der Digital-Branche.

Alle Artikel von Nadine von Piechowski

Kostenlose Online-Seminare

Lydia Flügel

SEO trifft KI: 6 Tipps für mehr Sichtbarkeit

14.10.2026 11:00 - 12:00
Fabienne Engel

5 Tipps für deinen Kreativ- und Ideenprozess

15.10.2026 11:00 - 12:00