Wie das nachhaltige Kaugummi „Forest Gum“ einen Milliarden-Markt revolutionieren will

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Gründer Thomas Krämer verrät in "Bau dein Business", dem Podcast von GoDaddy und Philipp Westermeyer, wie das gelingen soll

Knapp eine halbe Milliarde Euro ist der Kaugummi-Markt groß – alleine in Deutschland. Und fast 80 Prozent davon gehören mit verschiedensten Marken hierzulande dem Konzern Mars Wrigleys. Das will Thomas Krämer mit „Forest Gum“ jetzt ändern. Dafür setzt der Gründer auf Nachhaltigkeit und verzichtet anders als der Großteil des Marktes bei seinem Kaugummi auf Plastik. In der ersten Folge von „Bau dein Business“, dem Podcast von GoDaddy und Philipp Westermeyer, spricht Krämer über die Gründungsgeschichte und verrät, auf welchen Kanälen das Unternehmen jetzt wachsen soll.

Über das Podcast-Format „#GoTeam – Bau dein Business“ von GoDaddy

Philipp Westermeyer und GoDaddy? Da gab es doch vor gar nicht allzu langer Zeit schon einmal Etwas? Richtig! Denn der OMR-Gründer bildet gemeinsam mit der Influencerin Bonnie Strange und Rapper Eko Fresh das GoTeam und war vor ein paar Monaten bereits in Deutschland unterwegs, um junge Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre eigene Website zu erstellen. Jetzt geht der größte Domainregistrar und Webhoster der Welt noch einen Schritt weiter.

Gemeinsam mit Philipp Westermeyer startet GoDaddy das neue Interview-Podcast-Format „#GoTeam – Bau dein Business“. In insgesamt acht Folgen, die bis zum November alle zwei Wochen veröffentlicht werden, wird der OMR-Gründer als Host mit anderen jungen Gründer*innen und Kleinunternehmer*innen aus unterschiedlichen Branchen sprechen, Geschäftsmodelle diskutieren und Learnings herausarbeiten. Die Mission ist, Wissen zu vermitteln. Menschen und Unternehmen durch Input von Philipp und seinen Gästen im Digitalen zu unterstützen. „Bau dein Business“ heißt: Wertvolle Insights für Gründer*innen und alle, die es noch werden wollen.

Vor allem in der aktuell komplizierten Situation erwarten Startups mitunter ganz neue Herausforderungen – die sich vielleicht mit den praktischen Tipps und Insights aus den Folgen meistern lassen. Zusätzliche Anregungen und Empfehlungen findet Ihr jedes Mal bei GoDaddy. Und wer die Gespräche (es werden unter anderem noch Christian Gürnth vom Gaming-Podcast-Netzwerk Radio Nukular und Sinja Stadelmaier und Ann-Sophie Claus, die Gründerinnen von The Female Company zu Gast sein) lieber als Video anschauen möchte: Jede Folge gibt es auch auf dem Youtube-Kanal von GoDaddy Deutschland.

„Ursprünglich wurde Kaugummi aus Baumsäften, also natürlichem Kautschuk gemacht. Heutzutage bestehen sie allerdings aus thermoplastischen Polymeren“, erklärt Thomas Krämer dem Host Philipp Westermeyer in Episode 1 von „#GoTeam – Bau dein Business“, dem neuen Podcast von GoDaddy. „Das hat mich schockiert, das wissen glaube ich wirklich die wenigsten“, so Krämer weiter. „Und dann habe ich gedacht: Es muss doch eine Alternative ohne Plastik geben.“

Thomas Krämer, der zuvor unter anderem bei „Viva con Aqua“ und als Geschäftsführer bei „LemonAid“ unterwegs war, denkt immer intensiver über Alternativen und plastikfreies Kaugummi nach. „Schließlich bin ich herumgereist und habe mir ursprüngliche Ressourcen angeschaut“, sagt er. In Zentralamerika stößt er auf den Breiapfelbaum, der einen besonderen Saft abgibt, aus dem man den gummiartigen Stoff Chicle gewinnen kann. „Den kann man aufkochen und zu einer natürlichen Kaumasse verarbeiten“, erklärt Krämer. „Das habe ich dann zu Hause in meiner Küche gelernt. Und damit viele Töpfe ruiniert.“

Kaugummi-Revolution aus Köln?

Nach einer ersten erfolgreichen Finanzierung über die Crowdfunding-Plattform Startnext kann Thomas Krämer die Rohstoffe einkaufen, an umweltfreundlichen Verpackungen arbeiten und im Herbst 2019 die erste Produktion starten. Der Name „Forest Gum“ (Wortspiel in Anlehnung an den Hollywood-Klassiker „Forrest Gump“) soll genau die beiden Dinge kombinieren, um die es dem jungen Kölner Unternehmen geht: Kaugummi und Nachhaltigkeit. Das fange schon bei der Ernte des Baumsaftes an. „Die Bäume werden so beerntet, dass sie Zeit haben, sich zu erholen und nicht gefällt werden müssen“, erklärt Krämer.

Heute, nur wenige Monate später, hat Forest Gum bereits große und wichtige Meilensteine hinter sich. Das Kaugummi ist bei Rewe West, Famila und Budnikowski gelistet, weitere Einzelhändler sollen folgen. „Jetzt geht es bei 400 Rossmann-Filialen los, demnächst folgt dann Rewe To Go auf nationaler Ebene“, so Krämer. Aktuell ist im Zuge einer Kooperation mit dem legendären Metal-Festival außerdem die „Limited Wacken Edition“ erhältlich.

Herausforderung Online-Handel

Nach nicht einmal einem Jahr am Markt verkaufe die Forest Gum GmbH mit vier Mitarbeitern derzeit etwa 25.000 bis 30.000 Packungen im Monat. „So liegen wir ungefähr bei 30.000 Euro Umsatz im Monat – was wir gerne zeitnah verdoppeln würden“, sagt Thomas Krämer. Ganz so einfach ist das allerdings nicht. „Es ist ein sehr engmargiges Produkt, das immer über die Menge geht. Deshalb müssen und wollen wir mit passenden Partnern zusammenarbeiten“, so der Gründer.

Geringe Margen sorgen auch für Herausforderungen im Online-Handel; einen eigenen Shop hat Forest Gum daher noch nicht, der soll aber zeitnah folgen. Der Fokus lag bisher schlicht auf dem Einzelhandel – und dem Produkt selber. Denn Nachhaltigkeit als Mehrwert sei heute nicht genug. „Viele Startups versuchen, in erster Linie das Soziale und das Ökologische als USP zu definieren. Das reicht nicht, dafür interessiert das noch zu wenige. Man muss also ein gutes Produkt und eine starke Marke haben“, stellt Krämer fest. Er hat sich ein klares Ziel gesetzt: „Wir wollen eine Kaugummi-Revolution starten.“

In Episode 1 von „Bau dein Business“, dem Podcast von GoDaddy mit Philipp Westermeyer als Host, erfahrt Ihr außerdem, welche Rolle Universitäten für den Vertrieb von Forest Gum spielen, worauf es am Point of Sale ankommt, um in der Angebots-Masse nicht unterzugehen und mit welchen Mitteln Thomas Krämer das Unternehmen am Anfang finanziert hat.

Alle Themen von „Bau dein Business“ mit Philipp Westermeyer und Thomas Krämer von Forest Gump in der Übersicht:

  • Thomas Krämer über die Zeit nach seiner Bankausbildung, unter anderem bei Lemonaid & ChariTea (ab 00:40)
  • Wie kam Krämer dann auf die Idee für ein nachhaltiges Kaugummi? (ab 02:45)
  • So hat die Arbeit an Forest Gum begonnen (ab 04:55)
  • Deshalb hat Krämer in seiner Küche Chicle, den Saft des Breiapfelbaums aus Zentralamerika, gekocht (ab 05:40)
  • Das steckt noch in den Kaugummis von Forest Gum (ab 06:20)
  • Wie hat Krämer das Unternehmen am Anfang finanziert? (ab 07:00)
  • Weltweit werden jedes Jahr 560.000 Tonnen Kaugummi mit Plastik gekaut – und wieder ausgespuckt (ab 07:55)
  • Aktuell hat Forest Gum nur vier Mitarbeiter, davon teilweise in Teilzeit – und verkauft trotzdem schon an Händler (ab 09:45)
  • Deshalb ist Forest Gum etwas teurer als die Konkurrenz mit Plastik (ab 10:15)
  • Wie macht die Marke am Point of Sale – zum Beispiel an Kassen – auf sich aufmerksam? (ab 11:30)
  • Wie hoch ist die Marge auf die nachhaltigen Kaugummis? (ab 14:10)
  • Verkauft Forest Gum auch schon direkt an Kunden, zum Beispiel über einen eigenen Online-Shop? (ab 15:00)
  • Wie viel hat die Domain forestgum.de gekostet? Und wie kam Thomas Krämer auf die Idee zum Markennamen? (ab 17:00)
  • Denkt Krämer auch über Amazon als Vertriebskanal nach? (ab 18:00)
  • Wie funktioniert Influencer Marketing für nachhaltige Kaugummis? (ab 20:15)
  • Ist im Lebensmittelbereich die Reihenfolge Einzelhandel und dann Online immer noch Standard? (ab 21:40)
  • Wie viel Packungen verkauft Forest Gum derzeit pro Monat? (ab 23:20)
  • Diese Tipps gibt Thomas Krämer jungen Gründern (ab 25:50)
  • Wie steht es bei Forest Gum Customer um Acquisition Cost und Customer Lifetime Value? (ab 27:25)
  • Setzt das Unternehmen stark auf PR? (ab 29:30)
  • So entscheidend kann es sein, einzelne Händler von einem neuen Produkt zu überzeugen (ab 31:30)
  • Wie schafft man es, Kontakt mit Einkäufern von Einzelhändlern aufzubauen? (ab 34:20)
  • Über Universitäten als Multiplikator-Plattform (ab 37:50)
  • Philipp Westermeyers Tipps, mittels Außenwerbung und Offline-Aktionen Aufmerksamkeit und Reichweite zu schaffen, jüngere Zielgruppen zu erschließen und durch Provokationen und Polarisieren aufzufallen (ab 40:00)

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