
Wären ein paar Dinge anders gelaufen, wäre Florian Heinemann heute vielleicht Professor an einer Hochschule. Stattdessen zählt er heute mit seinem Wagniskapitalgeber Project A zu den bekanntesten Startup-Finanzierern in Deutschland. Er gründete den Bücher-Marktplatz Justbooks und verkaufte ihn erfolgreich an einen kanadischen Konkurrenten. Anschließend investierte er als Business-Angel unter anderem in die Hotel-Suchmaschine Trivago und war bei der Startup-Schmiede Rocket Internet maßgeblich an der Entwicklung von Startups wie Zalando beteiligt. 2012 gründete er mit Partnern Project A. Der Wagniskapitalgeber ist unter anderem an Startups wie Trade Republic, Sennder oder Spryker beteiligt.
Meredith Whittaker fasste den aktuellen KI-Boom in einem Interview mit der Zeit mal so zusammen: "Die großen KI-Player entwickeln Technologien mit Überwachung als Geschäftsmodell." Die Dienste seien zwar im ersten Schritt kostenlos. "Im Hintergrund werden aber gigantische Datenmengen erzeugt, gespeichert – und der Zugriff darauf an die Werbeindustrie verkauft", so Whittaker. Das sei einfach der wirtschaftliche Motor, der die Technologiebranche antreibe. Und KI dabei der neueste technische Ansatz. Whittakers Einschätzung basiert hier auch auf Wissen aus erster Hand. Sie gründete Googles Open Research Group, leitete sie über ein Jahrzehnt lang und wechselte dann als Forschungsprofessorin an die NYU. Hier gründete sie das AI Now Institute mit, leitete es und ist bis heute als Chefberaterin tätig. Ihre Perspektive ist also das Ergebnis aus verschiedensten Erfahrungen, geprägt durch ihre Zeit in der Industrie, der Wissenschaft und in Regierungskreisen. Ab 2021 war sie unter anderem leitende Beraterin für KI bei Lina Khan, der damaligen Vorsitzenden der US-amerikanischen Federal Trade Commission. Seit Mitte 2025 ist sie zudem Mitglied des Verwaltungsrates von Burda. Seit September 2022 ist Meredith Whittaker Präsidentin der Signal Foundation und war vorher bereits seit 2019 Mitglied des Stiftungsrats. Die Signal Foundation entwickelt mit dem Messenger Signal die eigenen Angaben zufolge "weltweit größte, wirklich private Kommunikations-App mit einem unbeirrbaren Fokus auf Technologien zum Schutz der Privatsphäre, die das Recht auf private Kommunikation gewährleisten". Signal stelle damit auch quasi das Gegengewicht zum anfangs beschriebenen Geschäftsmodell dar, das auf dem Handel mit Daten basiert. Und will beweisen, dass Technologie auch anders funktionieren kann. Dieses Engagement für Datenschutz, Transparenz und eine ganz klare Linie im Umgang mit Privatsphäre haben auch dafür gesorgt, dass die App weltweit ein fester Bestandteil kritischer Infrastruktur ob – ob bei Regierungen, Militärs, Menschenrechtsaktivist*innen oder _ _Journalist*innen. Signal ist außerdem die einzige Kommunikations-App, die von der Europäischen Kommission für die Nutzung durch ihre Mitglieder empfohlen wird. Und auch das schwedische Militär hat kürzlich offiziell ihre Verwendung empfohlen. Weltweit, insbesondere in Europa, wächst die Nachfrage nach Datenschutz und damit indirekt auch die Nutzung von Signal. Einblicke in diese Entwicklung und ihre Sicht auf die Tech- und KI-Welt wird Meredith Whittaker bei OMR26 auf der Conference Stage liefern.
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