Social Media & Datenprobleme: Was du jetzt wissen musst

Marie Traub24.6.2026

Dieser Artikel ist der dritte Teil einer Serie, in der OMR-Guided-Tour-Expert*innen von ihren Learnings berichten.

Inhalt
  1. Warum manche Trends Quatsch sind
  2. Das sind die größten Datenprobleme
Dass du als Marke auf Social Media präsent sein musst, ist nicht neu. Was aber immer schwieriger wird: herauszustechen und den Nerv der Community zu treffen. 
Hans Neubert ist Social-Media-Experte und Consulting Director bei der Agentur Charles & Charlotte. Auf dem OMR Festival 2026 hielt er eine Guided Tour mit dem Titel „No-Bullshit-Trends! Fünf Social-Media-Innovationen, die du sofort umsetzen kannst“. Genau das haben die Teilnehmer*innen auch bekommen: Praxisnahe Tipps für ihren Social-Media-Auftritt. Außerdem verrät er uns, von welchen Trends du dich fernhalten solltest und was echten Mehrwert auf den Plattformen schafft.
Unter Trends versteht Hans dabei sowohl klassische Mitmach-Trends, wie du sie von TikTok, Instagram und Co. kennst, als auch Trends, die in der Social-Media-Bubble relevant sind. Darunter fallen bestimmte Produktionsarten oder Entwicklungen, die sich weniger auf den Inhalt und mehr auf die Umsetzung beziehen.
Bullshit-Trends seien die, die große Innovation vorgeben, diese dann aber nicht anwendbar machen. Ein Beispiel dafür ist KI in der Social-Media-Postproduktion – etwa, wenn es an das Schneiden von Videos geht. Das Problem bei diesem Trend: Er sei zu grob gefasst.
Frage dich besser, wie du ihn konkret anwendbar machst. In der Postproduktion könnte KI etwa bei der Wahl des Bildausschnitts unterstützen. So kannst du Ressourcen einsparen und den Trend richtig für dich nutzen.
Wer schon heute versteht, wie er*sie Content auf Social Media durch gezielte Innovationen aufs nächste Level bringt, ist klar im Vorteil. Denke also immer den Mehrwert, den du aus dem Trend ziehen kannst, mit. 

Soundbranding: „Yippie, JaJa, Yippie, Yippie, Yeah!“

Ein Kein-Bullshit-Trend ist laut Hans hingegen Soundbranding auf Social-Media-Plattformen. Dabei geht es um Sound-Effekte oder Lieder, die Creator*innen und Marken fortlaufend in ihren Videos nutzen. Soundbranding kennst du wahrscheinlich vor allem aus dem TV. Besonders in den 1990er und 2000er Jahren nutzten viele Marken eigene Jingles. „Wir erinnern uns an „Yippie, JaJa, Yippie, Yippie, Yeah!“ von Hornbach oder „Wie-wo-was Weiß Obi“ von Obi“, sagt Hans. Auch heute nutzen Marken wie Netflix unverwechselbare Töne. Das heißt nicht, dass deine Marke unbedingt einen Jingle benötigt. Du kannst dir davon aber einiges abschauen. Durch gezieltes Soundbranding entstehe eine Wiedererkennbarkeit und höhere Watch-Time, erklärt Hans weiter.
Laut Audiovermarkter RMS lösen Sounds Emotionen aus. Sie stärken die Glaubwürdigkeit, die Kompetenz und das Vertrauen. Töne könnten Brands unverwechselbar machen und helfen, sie stark und erfolgreich aufzustellen. 
Überprüfe mal: Setzt du schon Töne ein? Sind sie einzigartig? Nutzt du sie immer wieder an ähnlichen Stellen, um deinen Content wiedererkennbar zu machen? Falls nicht, probiere es aus!

Diesen Trend sollst du jetzt umsetzen

Auf die Frage, welchen Social-Media-Trend man am besten jetzt sofort umsetzen sollte, antwortet Hans: „Live-Content und Livestreaming im großen Stil“. Neben der Verbindung, die zur Community entsteht, können aus Livestreams auch Reels oder TikToks entstehen. Denke also bei der Planung deines Contents immer mit, wie du ihn im Nachhinein weiterverwenden kannst.
Viele Creator*innen machen das schon vor, indem sie Livestream-Content auf Plattformen wie YouTube recyceln, so auch Papaplatte. Neben seinem Hauptkanal bespielt er weitere YouTube-Kanäle. Darunter: „Papaplatte Uncut“ und „Papaplatte Gaming“. Beide Channels nutzen Content aus vergangenen Streams. 

Die YouTube-Videos zeigen meist Gamingstreams von Papaplatte. Quelle: Screenshot/Youtube/@PapaplatteUncut

Wie identifiziert man Trends, die zur eigenen Marke passen? Hans' Tipp: Achte darauf, dass es einen absoluten Markenfit gibt. „Analysiere die Kommentare unter deinen Trendvideos. Sind sie sehr oberflächlich? Oder gehen die Leute wirklich auf den Trend ein?“ Wenn sie auf den Inhalt oder den Social-Media-Trend eingehen, könnte das ein gutes Zeichen sein, dass der Trend Substanz hat. 
Hans erklärt weiter, dass Trends dich als Marke pushen müssen und nicht umgekehrt. Überlege dir also, welchen Mehrwert der Trend für deine Marke hat. Ganz wichtig dabei: Sei ehrlich zu dir selbst! Gestehe dir auch ein, wenn bestimmter viraler Content nicht zu deiner Marke passt. So bleibst du authentisch.

Das sind die größten Datenprobleme

Anderes Thema, gleiches Festival: Ähnlich ehrlich und klar musst du mit dir selbst sein, wenn es um deine Datenprobleme geht. Auch Dr. Tim Wiegels, Executive Data Advisor und Founder, hielt eine Guided Tour auf dem OMR Festival 2026. Er sprach darüber, wie du Datenprobleme erkennst und löst. „Das größte Problem ist nicht die fehlende Technologie“, sagt Tim. Was fehlt, sei die Verbindung von Daten und Teams sowie eine gemeinsame Definition von Begriffen. Die drei größten Datenprobleme sind: 
1. Daten liegen überall verteilt: Oft liegen viele Daten in Silos, beispielsweise im Marketing, im CRM und Sales. Dadurch fehlt vielen Unternehmen ein echtes Gesamtbild ihrer Customer Journey.
2. Niemand meint mit KPIs exakt dasselbe: Laut Tim sei das der Klassiker: Alle schauen auf „Leads“, aber jeder versteht etwas anderes darunter.

Tauscht euch regelmäßig aus! Im besten Fall findet sich jemand, der*die sowohl das Data-Team als auch das Marketingteam versteht und als Schnittstelle fungiert. Die Grafik stammt aus dem OMR Report Daten und KI. Den findest du, wenn du aufs Bild klickst.

3. Daten führen oft nicht zur Handlung: Viele Unternehmen haben mittlerweile zahlreiche Dashboards. Aber ein Dashboard allein macht noch keine bessere Entscheidung. Es fehlt die Übersetzung des Reportings zu konkreten Maßnahmen.
Viele Unternehmer*innen würden gerade hoffen, dass KI ihre Datenprobleme löst. Stattdessen ergibt sich dabei eine neue Herausforderung: „Wenn das Tracking chaotisch ist, Systeme nicht verbunden oder KPI-Logiken nicht sauber definiert sind, produziert die KI zwar rasch Antworten, aber nicht automatisch sinnvolle.“
Gleichzeitig biete die KI eine riesige Chance, so Tim. Unternehmen könnten die Analysen beschleunigen, Reportings automatisieren, Muster schneller erkennen und Wissen breiter verfügbar machen.

So setzt du KI richtig ein

Räume zuerst deine Datenbasis auf, meint Tim. „Die spannende Frage ist nicht, ob man KI nutzt, sondern eher, ob die Datenbasis gut genug dafür ist.“ Die wichtigsten Schritte aus seiner Sicht sind:
  1. Starte mit echten Business-Use-Cases.
  2. Verstehe, welche Systeme und Datenflüsse existieren.
  3. Vereinheitliche die KPI-Definitionen.
  4. Stabilisiere das Tracking.
  5. Führe Daten sinnvoll zusammen.
Dann benötigst du das richtige Setup. Tim sagt: „Ein gutes Setup beantwortet nicht nur, was passiert ist, sondern warum etwas passiert und was man als Nächstes tun sollte“.
Tim ist Autor des OMR Reports Daten und KI. Dort erklärt er ausführlich, wie du dein Setup aufbaust und zeigt konkrete Use-Cases auf, die du direkt anwenden kannst.
AIOMR26
Marie Traub
Autor*In
Marie Traub

Marie ist Volontärin bei OMR Education und spezialisiert auf Marketing- und Digitalbusiness-Themen. Sie verfasst die OMR Reports und bereitet komplexe Inhalte verständlich und praxisnah auf.

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