Céline Flores Willers über ihren Weg von der Miss Universe zur deutschen Linkedin-Königin
Florian Rinke18.1.2026
Im OMR Podcast spricht die Unternehmerin über ihr Millionen-Business und Ghostwriting für Dax-CEOs.
Céline Flores Willers besuchte Philipp Westermeyer in Hamburg – und gab ihm nebenbei noch ein paar Tipps für seinen Linkedin-Account. Foto: OMR
Inhalt
Sie vertrat Deutschland bei der Miss-Universe-Wahl in Thailand, heute zählt sie zu den bekanntesten Stimmen auf Linkedin: Im OMR Podcast erzählt Céline Flores Willers, wie sie schon als Werksstudentin zur Top Voice des Karriere-Netzwerks wurde, wie sie heute mit ihrer Firma "The People Branding Company" Dax-Konzerne und Top-Manager*innen berät und wie sie jährlich rund eine Million Euro Umsatz allein über ihre Inbox macht. Ein Gespräch über Ehrgeiz, das richtige Timing – und die Frage, wie sie den "Trottel-Account" von Philipp Westermeyer verbessern würde.
Wenn Céline Flores Willers neue Bewerber*innen einlädt, gibt sie ihnen eine Aufgabe als Test: Sie sollen sich eine Strategie überlegen für einen Account, der aus der Sicht der Linkedin-Expertin viel zu lieblos geführt wird und den der Betroffene selbstkritisch "Trottel-Account" nennt. "In unseren Case-Interviews ist dein Account immer eine Test-Aufgabe", sagt die Geschäftsführerin der "The People Branding Company" während der Aufnahme des OMR Podcasts zu ihrem Gegenüber, Host und OMR-Gründer Philipp Westermeyer. Dessen Account hat zwar mit rund 170.000 Follower*innen bei Linkedin eine hohe Reichweite. "Aber du machst immer das Gleiche eigentlich", sagt sie. Welche Tipps sie für Westermeyer hat, verrät sie im OMR Podcast. Außerdem spricht sie dort noch...
...über ihre Lehren aus der Teilnahme an einer Miss-Universe-Wahl: "Ich habe schon ein paar Dinge in Sachen Medienwirksamkeit mitgenommen. Eine Situation ist mir total krass in Erinnerung geblieben: Wir haben bei diesen Catwalk-Trainingseinheiten häufig warten müssen, bis wir wieder an der Reihe waren. Es haben ja 100 Frauen aus der ganzen Welt teilgenommen. Und dann haben die Veranstalter uns an einem Abend ein Video gezeigt, auf dem wir während der Wartezeit zu sehen waren. Wir hatten gar nicht bemerkt, dass sie gefilmt haben. Eine kaut Kaugummi, die andere fläzt sich in ihren Stuhl. Und die Verantwortlichen meinten dann: Leute, eine Miss Universe ist immer eine Miss Universe – und zwar nicht nur, wenn sie auf der Bühne ist, sondern auch, wenn sie wartet, wenn sie aus dem Taxi steigt oder in ein Hotel eincheckt. Das war ein Aha-Moment, den ich bis heute verinnerlicht habe. Das heißt: Wenn ich heute eine Keynote halte, beginnt der Auftritt für mich ab dem Moment, in dem ich das Haus verlasse."
Schon im ersten Jahr Top-Voice bei Linkedin
...über ihren Start bei Linkedin: "Im April 2018 habe ich angefangen, die ersten Videos zu machen. Ich habe mein Werkstudentengehalt damals auch direkt in Equipment investiert und sogar eine Kamerafrau gesucht, die mich bei der Video-Produktion unterstützt hat. Ich bin wirklich all-in gegangen, habe drei Videos die Woche gemacht. Und dann ging es in den Monaten drauf relativ zügig von 10.000 auf 20.000 auf 30.000 Follower*innen. Ich habe sogar im gleichen Jahr noch die Auszeichnung als Linkedin Top-Voice bekommen. Das war damals eine Liste von rund 20 bis 25 Accounts. Und da wurden Leute ausgezeichnet wie der CEO von Vodafone oder der Chefredakteur vom Handelsblatt – und mittendrin war ich als Studentin, das war wirklich krass. Als ich nach der Miss-Wahl aus Bangkok zurückgekehrt bin, war daher klar, dass ich entscheiden muss, was ich machen möchte. Damals hatte ich ein gutes Übernahmeangebot von Ernst& Young, aber trotzdem war für mich klar: Ey, da passiert so viel, ich muss was daraus machen."
... wie man bei Linkedin Reichweite aufbaut: "Es gibt am Ende drei verschiedene Hebel. Erstens: Emotionen. Das ist dann irgendwie so ein Post, der mit ,Ich bin so wütend...' anfängt und auf den die Leute dann reinfallen und klicken. Das ist aber ein Hebel, den wir in der CEO-Kommunikation nicht so ohne Weiteres bedienen würden. Eine zweite Strategie für Reichweite ist Meinung bzw. Haltung, also zum Beispiel zur Frage ,Homeoffice ja oder nein?'. Wenn du dich da klar positionierst, kannst du schnell viel Reichweite generieren auf LinkedIn. Und dann gibt es als dritten Hebel noch die Möglichkeit, Assets, die schon mal viral gegangen sind auf der Plattform, einfach zu kopieren und noch mal zu posten. Das ist auch etwas, was Content-Creator auf Linkedin viel machen, was wir in der CEO-Kommunikation aber auch nicht machen würden logischerweise. Das bedeutet: Wenn du dich als Vorstand positionieren willst oder als ein Experte, dann muss dein Content einzigartig und neu sein. Das kann nicht eine Kopie von irgendwas anderem sein."
Bock auf Bewegtbild
... welche Einnahmen sie allein als Creatorin erzielt: "Zu meiner Personal Brand ,Céline Flores Willers' gehören nicht nur Linkedin-Postings, sondern auch Keynotes oder Moderationen, also sozusagen dieses ganze Ökosystem rund um meine Person herum, das nichts mit der Firma zu tun hat. Je nachdem, wie viel Zeit ich investiere und wie viel Bock ich habe, mache ich mit dieser Personal Brand zwischen 100.000 bis – in einem richtig erfolgreichen Jahr – maximal 400.000 Euro Umsatz."
... über ihre Pläne für die Zukunft: "Ich hätte schon Bock, ein neues Format im linearen Fernsehen oder Streaming-Bereich zu machen. Ich habe vor etwa einem Jahr auch mal angefangen, meine Fühler auszustrecken, und habe dann auch mit Creator-Managements gesprochen. Und da gab es dann eben auch die Frage, ob sie mich bei ,Let's Dance' positionieren sollen. Ich habe dann auf die Bremse gedrückt. Ich sage immer: In einer Lufthansa-Maschine kennt mich jeder, aber auf der Straße niemand. Und das ist eigentlich eine geile Art der Bekanntheit, weil ich immer noch meinen Space habe, in dem mich niemand kennt. Ich glaube, man muss sich gut überlegen, ob man so eine universelle Bekanntheit haben möchte."
Worum es sonst noch im Podcast ging – und welche konkreten Tipps Philipp Westermeyer bekam, die auch für andere Linkedin-Nutzende hilfreich sind, erfährst du hier:
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