Wen zitieren LLMs wirklich? Was 250.000 KI-Antworten über Sichtbarkeit verraten
Julian Gottke20.7.2026
blinq-Analyse zeigt, welche Quellen zitiert werden und was Unternehmen daraus ableiten sollten
Inhalt
- Die eigene Website ist die Basis, extern validiert
- Drei LLMs, drei Zitationsmuster
- Was Unternehmen daraus mitnehmen sollten
Wer verstehen will, warum bestimmte Marken in ChatGPT und Co. auftauchen, muss zuerst wissen, woher die Systeme ihre Informationen beziehen. Genau darauf hat sich der Kölner Softwareanbieter blinq spezialisiert: Das Unternehmen misst Markennennungen, Rankings und Quellen in KI-Antworten und leitet daraus Empfehlungen für Content und Kommunikation ab. Für seine aktuelle Analyse hat blinq 250.000 Antworten von ChatGPT, Google AI Overviews und Perplexity untersucht. Die Daten stammen aus dem Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2026 und basieren auf rund 2.000 Prompts aus Bereichen wie Tech, Handel, Finance, Marketing und Industrie. Dabei zeigt sich auch, welche Plattformen als KI-Quellen immer wichtiger werden – darunter: LinkedIn und OMR Reviews.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine blinq-Studie zeigt, dass Corporate Content auf der eigenen Website das Fundament für die Sichtbarkeit in KI-Antworten bleibt.
- LLMs validieren Unternehmensaussagen verstärkt über Fachpresse, Review-Plattformen wie OMR Reviews und UGC-Kanäle wie YouTube, Reddit und LinkedIn.
- Die Zitationsmuster unterscheiden sich je nach Modell: ChatGPT setzt auf Referenzquellen, Google fokussiert UGC und Perplexity nutzt einen Mix aus beidem.
- Für maximale KI-Sichtbarkeit müssen Unternehmen eine kombinierte Strategie aus Owned Content, Earned Media und verifizierten Bewertungen verfolgen.
Die eigene Website ist die Basis, extern validiert
66,2 % aller zitierten Quellen stammen aus Corporate Content. Der eigene Blog und die eigene Website bilden weiterhin das Fundament. Wer keine strukturierten, klaren Inhalte auf der eigenen Seite hat, taucht in den Antworten gar nicht erst auf.
Aber: Fundament heißt nicht Ziellinie. LLMs bestätigen Aussagen von Unternehmensseiten gerne extern. Drei Quellentypen liefern diese externe Bestätigung.
1. Leitmedium war gestern: Fachpresse und Newsseiten
12,6 % aller Quellen entfallen auf Fachpresse und News.
Digitale PR wird damit zum direkten Hebel für KI-Sichtbarkeit: Wird ein Unternehmen in der Presse erwähnt, validieren LLMs damit auch Aussagen von der eigenen Website. Die Welt (17 %) und das Handelsblatt (12,2 %) führen die Liste der meistzitierten Newsseiten an, gefolgt von Chip, Focus, Bild, FAZ, Wiwo und der Süddeutschen. Die relativ gleichmäßige Verteilung zeigt, dass es nicht mehr das eine Leitmedium gibt, sondern verschiedene Medienseiten für Unternehmen relevant sein können. Welche besonders, müssen Unternehmen für sich selbst durch Analyse herausfinden.
2. Echte Stimmen: Review-Plattformen
OMR Reviews führt die Liste der zitierten Bewertungsportale an, gefolgt von test.de, kununu.de, stepstone.de, omt.de und idealo.de. Die Plattform ist sogar in den Top 15 der meistzitierten Quellen der gesamten Analyse. Verifizierte Bewertungen sprechen exakt die Sprache, die Nutzer*innen in ihre Prompts tippen. Egal, ob B2B oder B2C, LLMs ziehen die entsprechenden Review-Plattformen zurate. Ob Software-Anbieter oder Hersteller für personalisierbare Trikots: Unternehmen benötigen eine Review-Strategie.
Wie macht blinq das? Einige Reviews erhalten wir organisch, die meisten jedoch auf Nachfrage. Hierfür haben wir einen klaren Workflow. All unsere Kund*innen erhalten ein Onboarding, danach regelmäßige Check-ins. Hier stehen wir strategisch zur Seite und geben Tipps zur Tool-Nutzung. Am Ende dieser Check-ins bitten wir um einen Review.
3. UGC-Plattformen
Hier liegt eine der Überraschungen der Studie. Unter allen zitierten Einzel-URLs, unabhängig von der Kategorie, führen youtube.com (15,18 %) und reddit.com (14,55 %) das Feld an, noch vor wikipedia.org (9,05 %). YouTube auf Platz 1 ist bemerkenswert. Noch bemerkenswerter: linkedin.com liegt mittlerweile bei 7,12 % aller zitierten Einzel-URLs und damit unter den Top-Quellen insgesamt. In der Februar-Analyse spielte die Plattform noch keine Rolle.
Bei ChatGPT fällt Reddit besonders stark ins Gewicht. Die Plattform zählt dort klar zu den Top-Quellen, noch vor Wikipedia und den meisten News-Seiten.
Drei LLMs, drei Zitationsmuster
Gezielte Maßnahmen zur Steigerung der Sichtbarkeit wirken sich auf alle LLMs positiv aus. Da die LLMs unterschiedlich arbeiten, unterscheiden sich auch ihre Zitationsmuster und die genutzten Quellen.
- ChatGPT stützt sich stärker auf Referenz-, Fach- und Review-Quellen. Reddit, Wikipedia, Welt, Bild und Chip zählen zu den Top-Quellen.
- Google AI Overviews setzen deutlich stärker auf UGC. Fünf der zehn Top-Quellen sind nutzergenerierte Plattformen: YouTube, Reddit, Google, Instagram, LinkedIn und Facebook dominieren.
- Perplexity liegt dazwischen: YouTube führt klar vor Reddit, LinkedIn, Instagram und gutefrage.net, ergänzt durch Wikipedia, Handelsblatt, Chip und OMR.
Für Unternehmen bedeutet das: Eine Strategie für „die KI" ist ein guter Anfang, greift aber in wettbewerbsintensiven Märkten zu kurz. Wer bei Google AI Overviews sichtbar sein will, braucht eine andere Gewichtung als bei ChatGPT.
Was Unternehmen daraus mitnehmen sollten
Eine Analyse sollte nicht auf der eigenen Website enden. Die Daten zeigen: KI-Sichtbarkeit entsteht im Zusammenspiel aus Owned Content, Earned Media und Reviews. Wer nur eine dieser drei Säulen bespielt, wird in KI-Antworten regelmäßig durch die Konkurrenz ersetzt, die alle drei bedient.
Diese Analyse liefert einen guten Startpunkt für das Verständnis, wie LLMs zitieren. Sie ersetzt aber keine eigene Analyse. Quellen können je nach Branche und Markt stark variieren.
Der nächste Schritt: die eigenen relevanten Prompts identifizieren und beobachten, welche Quellen dort tatsächlich zitiert werden. Erst dann lässt sich ableiten, wo die eigene Earned (PR)- und Owned (Content)-Arbeit ansetzen muss.
Die komplette Studie mit allen Daten findest du hier: theblinq.de/llm-quellen-studie.
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