Tipps und Tools für erfolgreiches internationales SEO

Gastautor Matthäus Michalik von Claneo gibt Euch fünf Tipps an die Hand, wie Ihr Euer internationales SEO erfolgreich aufsetzt

Die Anforderungen der Kund:innen steigt weiter an, denn mittlerweile sind wir Menschen es gewöhnt, Leistungen weltweit in Anspruch zu nehmen und bequem von überall aus überall hin bestellen zu können. Es wird also höchste Zeit, mit Eurem Unternehmen den nächsten Schritt zu gehen und Eure Produkte oder Dienstleistungen auch in anderen Ländern und verschiedenen Sprachen anzubieten. Doch bloß nichts überstürzen! Denn diese Entwicklung bringt für Eurer Unternehmen nicht nur den Vorteil einer erweiterten Zielgruppe mit sich, sondern auch die große Herausforderung, international Suchmaschinenoptimierung zu betreiben.

Eine durchdachte Internationalisierungsstrategie ist absolut notwendig, damit eine Webseite nicht nur in ihrem Ursprungsland, sondern auch in allen weiteren Ländern SEO-technisch gut performt. Wer denkt, dass eine einfache Übersetzung der vorhandenen Inhalte ausreicht, hat sich gewaltig geschnitten! Hier geht es nämlich vielmehr um eine Anpassung an den jeweiligen Zielmarkt, die dortige Kultur, Besonderheiten und Bedürfnisse.

Damit die Anpassung an andere Länder daher auch gelingt und dem internationalen Erfolg nichts mehr im Weg steht, geben wir Euch nachfolgend nicht nur fünf Tipps für erfolgreiches internationales SEO an die Hand, sondern auch die passenden SEO-Tools dazu.

Tipp 1: Die richtige Domain-Strategie wählen

Einfach loslegen, ohne Zielsprache und Zielland bestimmt zu haben? Quasi unmöglich! Daher ist es als Erstes erforderlich zu entscheiden, an welche Sprachen und Länder die Website überhaupt angepasst werden soll. Am besten lässt sich dies mit der Antwort auf die Frage „In welchen Ländern ist es sinnvoll, die auf der Website dargestellten Produkte oder Dienstleistungen ebenfalls anzubieten?“ klären.

Habt Ihr dazu schließlich ausführlich recherchiert und Euch innerhalb des Unternehmens festgelegt, geht es an das Aufsetzen der Website. Während dieses Prozesses solltet Ihr bereits berücksichtigen, dass bei einer zukünftigen Expansion in weitere Länder und Sprachen nicht die gesamte Website wieder neu umgebaut werden muss. „Think Big“ ist hier also ein durchaus angebrachtes Motto und kann Euch später viel Arbeit ersparen.

Also aufgepasst: Essenziell für die Strategie und die internationale Suchmaschinenoptimierung ist das Domainkonzept. Hier habt Ihr mit Eurem Unternehmen die Wahl zwischen drei Möglichkeiten, die allerdings auch kombiniert werden können: Subdomain, country code Top-Level Domain (ccTLD) und Subfolder.

  • country code Top-Level-Domain: Jede länderspezifische Website verfügt über ihre eigene Domain, was in der Regel vertrauenswürdiger auf Nutzer:innen wirkt, z.B. beispiel.de, beispiel.es.
  • Subdomain: Die jeweiligen Länder bzw. Sprachen erhalte ihre eigene Subdomain. Dadurch werden Bereiche einer Webseite von anderen Bereichen getrennt, die grundsätzliche Verbindung zum Domainnamen bleibt aber bestehen, z.B. de.beispiel.com, es.beispiel.com.
  • Subfolder: Ähnlich wie bei den Subdomains bleibt auch hier der Domainname für alle Länder und Sprachen derselbe, die jeweilige Website besitzt jedoch ihr eigenes Verzeichnis, z.B. beispiel.com/de/, beispiel.com/es/.

Da diese Domain-Strategien jeweils verschiedene Vor- und Nachteile aufweisen, solltet Ihr eine Entscheidung für eine Strategie immer unter Berücksichtigung der individuellen Gegebenheiten treffen.

Abbildung 1: Entscheidungsbaum für die Zahl der richtigen Domain-Strategie für internationales SEO.

Tipp 2: Eine lokalisierte Keyword- & Content-Strategie erstellen

Wer eben gut aufgepasst hat, weiß: Eine reine Übersetzung reicht für eine Internationalisierung nicht aus. Da sich sowohl der Sprachgebrauch als auch das Suchverhalten der Nutzer:innen von Land zu Land unterscheiden, müssen hier deutlich mehr Punkte bedacht werden. Vor allem sprachliche sowie kulturelle Unterschiede solltet Ihr unbedingt berücksichtigen. Um Fettnäpfchen zu vermeiden empfiehlt es sich daher, die Lokalisierung von Muttersprachler:innen durchführen zu lassen.

Tools wie Searchmetrics und SISTRIX können dabei helfen, Euch einen guten Überblick über den Zielmarkt und den Wettbewerb zu verschaffen, indem Ihr Euch das Suchvolumen für die jeweiligen Keywords anseht sowie die verschiedenen Unterseiten, die für bestimmte Keywords ranken.

Mithilfe von SISTRIX könnt Ihr das Suchvolumen eines Keywords über verschiedene Märkte hinweg überprüfen (Abb. 2). Wichtig dabei zu beachten ist nur, dass es sich hierbei um einen Begriff handelt, der nicht nur in einer Sprache Verwendung findet. International gängige Bezeichnungen wie z.B. E-Bike oder Smartphone lassen sich daher am besten vergleichen.

Abbildung 2: Das Suchvolumen für „e bike“ über verschiedene Märkte hinweg.

Mit Searchmetrics könnt Ihr zudem herausfinden, welche weiteren Keywords für den eingegebenen Suchbegriff ranken und gut in die Texte auf der eigenen Website eingebaut werden können (Abb. 3).

Abbildung 3: Weitere Keywords, die in Verbindung mit dem Suchbegriff „e bike“ stehen.

Tipp 3: Lokalisierte und optimierte Inhalte bereitstellen

Ein weiterer Punkt, den Ihr auf Eurem Weg zum globalen SEO-Erfolg nicht vernachlässigen solltet, ist das internationale Targeting. Wie bereits bei Tipp 2 erwähnt, solltet Ihr Euch bei der Internationalisierung Eurer Website immer am jeweiligen Zielland orientieren und Euch nicht nur auf dessen Sprache konzentrieren. Beispielsweise sollte auch die User Experience die lokal unterschiedlichen Erwartungen der User:innen widerspiegeln. Aber auch Design und Bedienung sowie andere Maßeinheiten, Zeitzonen, Zahlungsarten, Qualitätssiegel oder auch die Bedeutung von Farben solltet Ihr unbedingt berücksichtigen und ggf. anpassen.

Abbildung 4: Lokale Unterschiede im eCommerce am Beispiel von Zalando.de

Tipp 4: Die internationalen Webseiten untereinander verknüpfen

Weiter geht es mit der Erkenntnis, dass neben den umgesetzten Onpage-Voraussetzungen auch Offpage-Maßnahmen durchaus für das SEO für internationale Websites von Bedeutung sind. Es kann sich hier also lohnen, wenn Ihr internes Linkbuilding betreibt und die internationalen Webseiten untereinander verknüpft.

Abbildung 5: Mit der hreflang-Notation kann sichergestellt werden, dass Google versteht welche Domains zueinander gehören.

Tipp 5: Verlinkungen der jeweiligen Webseite aus ihrem Zielmarkt heraus generieren

Wisst Ihr, was ebenfalls hilfreich ist? Backlinks in der gleichen Sprache zu generieren und eine gute Backlink-Struktur aufzubauen! Wichtig dabei ist, dass Ihr strategisches Linkmarketing für wirklich jede einzelne Version einer Website durchführt. Achtet hier vor allem darauf, dass die generierten Links auch aus dem gleichen Sprachumfeld des jeweiligen Ziellandes kommen und stets auf die entsprechende Länderdomain verweisen. Denn Links aus den jeweiligen Zielländern können für Suchmaschinen ausschlaggebend für die Bewertung der GEO-Relevanz einer Webseite sein.

Mit einem SEO-Tool wie Ahrefs könnt Ihr Euch das gesamte Backlink-Profil ansehen und auf diese Weise nachvollziehen, woher die ganzen Domains kommen. Dabei ist es sinnvoll, eine internationale .com Adresse beispielsweise mit .at, .de, .fr, .es usw. zu vergleichen.

Mit der Unterstützung von Ahrefs könnt Ihr zum Beispiel erkennen, woher die Backlinks einer .at-Domain (hier zalando.at) und woher die Backlinks einer .com-Domain (hier asos.com) stammen und wie sich diese unterscheiden (Abb. 6 und 7).

Abbildung 6: Backlinks einer at.-Domain

Abbildung 7: Backlinks einer .com-Domain.

Fazit inkl. Checkliste für “Internationales SEO”

Um mit der eigenen Website international erfolgreich zu sein, steckt viel Arbeit dahinter. Damit internationales SEO zu langfristigem Erfolg führt, solltet Ihr die genannten Best Practices berücksichtigen. Ihr müsst nämlich nicht nur die Inhalte korrekt an die entsprechenden Zielländer und -sprachen anpassen, sondern auch eine passende Domain-Strategie wählen, die Keyword- und Content-Strategie lokalisieren und Backlinks generieren. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, solltet Ihr Euch mit Eurem Unternehmen zusätzlich dem Linkmarketing für alle globalen Websiteversionen widmen und stets die Marktentwicklung der jeweiligen Länder im Auge behalten. Sowohl bei den ersten Schritten als auch im weiteren Verlauf können Euch dabei SEO-Tools wie SISTRIX, Searchmetrics und Ahrefs unterstützen und entscheidend zu Eurem internationalen Erfolg beitragen.

Diese Checkliste fasst die wichtigsten Fragen zusammen, die Ihr für eine erfolgreiche Internationalisierung Eurer Website beantworten solltet:

Domain-Strategie

  • Passt die gewählte Domain-Strategie zur Expansionsstrategie?
  • Sind die gewünschten Domains im Zielland verfügbar?
  • Sind verfügbare Mitarbeiter und erforderlicher Betreuungsaufwand aufeinander abgestimmt?

Internationales Targeting

  • In welcher Form sollen die hreflang-Attribute implementiert werden?
  • Sind alle Sprach- und Länderversionen einer Webseite miteinander verlinkt?
  • Ist sichergestellt, dass es keine IP-basierten Redirects gibt?

Lokalisierung von Inhalten

  • Wurden unterschiedliche Schreibweisen und Formate berücksichtigt?
  • Passt das gewählte Design zum Zielland?
  • Werden für jedes Land passende Zahlungsarten angeboten?
  • Werden Qualitätssiegel benötigt? Sind diese im Zielmarkt anerkannt?

Linkbuilding

  • Wie können lokale und regionale Publisher erreicht werden?
  • Welche Medien und Kanäle sind für einzelne Märkte relevant?

Matthäus Michalik ist Gründer und Geschäftsführer der Claneo GmbH, einer Search-, Performance- und Content-Marketing-Agentur aus Berlin. Mit seiner Expertise berät er Start-ups, KMU und Konzerne in den Bereichen Content-Marketing, Suchmaschinenoptimierung (SEO), Suchmaschinenwerbung (SEA), App-Store-Optimierung (ASO) und Marktplatzoptimierung (MPO).