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„Signalling“ ist alles: Was man vom Fall Soundcloud lernen kann

Ist der 70-Millionen-Kredit vielleicht der Anfang vom Ende?

Soundcloud

Geht Soundcloud bald die Luft aus?

70 Millionen US-Dollar Kredit hat Soundcloud vor zwei Wochen aufgenommen, wie erst gestern bekannt geworden ist. Eigentlich sollen die frischen Mittel dem verlustreichen Musikdienst Luft zum Atmen verschaffen. Doch ein tieferer Blick legt den Schluss nahe, dass der Deal ein Beleg dafür ist, dass man sich um Soundcloud Sorgen machen muss. OMR analysiert und bewertet die Situation.

Business Insider hatte gestern erstmals Details des Deals veröffentlicht: Das Geld stammt von Ares Capital, Kreos Capital und Davidson Technology; Soundcloud hat die Kreditaufnahme gegenüber Business Insider bestätigt. Bereits Anfang 2016 hatte der Musikdienst einen Kredit in Höhe von 32 Millionen US-Dollar aufgenommen.

Erst vor wenigen Monaten war bekannt geworden, dass Soundcloud in diesem Jahr das Geld auszugehen droht. Im Jahr 2015 waren die Verluste des Musikdienstes auf mehr als 51 Millionen Euro gestiegen; Music Business Worldwide rechnete vor, dass das durchschnittliche Jahresgehalt der Soundcloud-Mitarbeiter zu diesem Zeitpunkt bei über 90.000 Euro gelegen haben muss.

Rettender Befreiungsschlag oder Kamikaze-Aktion?

Am 10. März dann berichtete Recode von Gerüchten über einen möglichen Notverkauf des Musikdienstes. Auf den ersten Blick also durchaus folgerichtig, dass Gründerszene nach dem jüngsten Deal nun von einem „Befreiungsschlag“ spricht. Recode schreibt von einer „70-Millionen-Rettungsleine“.

Wie den Business Insider vorliegenden Papieren zu entnehmen ist, hat Soundcloud am Tag der Veröffentlichung des Recode-Berichtes den Kredit aufgenommen. Die Chronologie ist durchaus beachtenswert – denn am 20. März, also nachdem der Deal bereits abgeschlossen, aber noch nicht bekannt war, veröffentlicht Fred Wilson von Union Square Ventures (USV) einen Blog-Post darüber, wie gefährlich es für Startups sein kann, Kredite aufzunehmen. USV hatte allerdings selber im Jahr 2010 in Soundcloud investiert.

In einigen Fällen, so argumentiert Wilson (er nennt hier Foursquare als Beispiel), könne eine Kreditaufnahme zwar gut gehen, aber oftmals (zwischen den Zeilen lässt sich herauslesen, dass Wilson hier „in der Regel“ meint) würde die Aufnahme von Schulden den Startups schaden. „Ich habe dieses Szenario diverse Male in meiner Karriere erlebt, und wir sehen es gerade wieder passieren.“ In seinem Blogpost führt Wilson als aktuelles den Online-Mode-Shop Modcloth an, der gerade von Walmart übernommen wurde – offenbar aus Sicht der zuvor an Modcloth beteiligten VCs zu miserablen Konditionen.

Investor kritisiert Kredit-Strategie

Spielte Wilson mit dem Blogpost eigentlich auf Soundcloud an? Zumindest der letzte Satz seines Posts klingt wie eine Mahnung: Er wolle nicht sagen, dass Venture-finanzierte Startups auf keinen Fall Schulden aufnehmen sollten. „Aber es sollte mit Bedacht und offenen Augen geschehen.“

Auch in puncto Außenwirkung ist die Aufnahme eines Kredites für Soundcloud fatal: In Soundcloud haben mit Index Ventures, Kleiner Perkins Caulfield & Byers und USV drei der führenden VCs der Welt investiert. Dass das Startup nun einen Kredit von kaum bekannten Finanzunternehmen – also von Eran Davidson und nicht der Silicon Valley Bank – aufnimmt, um an Mittel zu gelangen, ist ungefähr so, als ob Bayern München nach Premiummarken wie Audi, Adidas oder der Allianz auf einmal Kik als Partner präsentierte.

Über die Wichtigkeit von „Signalling“ hat VC-Experte Sven Schmidt bereits einmal im OMR Podcast gesprochen. Bei Soundcloud lassen derzeit diverse Signale darauf schließen, dass mittlerweile bei dem Unternehmen viele Dinge hinten und vorne nicht zusammenpassen. Zu den bereits genannten Punkten kommt hinzu, dass im Februar mit COO Marc Strigel und Finanzchef Markus Harder zwei Schlüsselfiguren das Unternehmen verlassen haben.

Soundclouds Milliarden-Bewertung wird heute zum Nachteil

Einst soll Soundcloud über eine Milliarde US-Dollar Wert gewesen sein. Im Nachhinein war diese Bewertung zu hoch und macht dem Unternehmen heute zu schaffen – weil es ihm kaum Handlungsspielraum lässt. Wenn Soundcloud Geld auf einer niedrigeren Bewertung aufnehmen würden, müsste die Firma die Investoren, die zu einer höheren Bewertung investiert haben, mit weiteren Anteile kompensieren. Gleichzeitig führt die Situation zu potentiell problematischen Anreizsystemen – Optionen für wichtige Mitarbeiter müssen angepasst werden, denn der marktgerechte Firmenwirt dürfte relevant gefallen sein.

Dass es darüber hinaus für Soundcloud kaum potenzielle Käufer geben dürfte, hat VC-Experte Sven Schmidt bereits vor Kurzem im OMR Podcast #69 analysiert: Der Longtail des Katalogs von Soundcloud soll das angebliche Alleinstellungsmerkmal sein, ist jedoch unübersichtlich und schafft vielleicht mehr Nach- als Vorteile.

Größen wie Apple oder Amazon brauchen Soundcloud nicht, weil sie den Kundenzugang und die Reichweite ohnehin besitzen, so Schmidt. Spotify möchte profitabel werden, um an die Börse gehen zu können, Deezer ist schon börsennotiert und könne sich die Verluste Soundclouds dementsprechend nicht leisten. Private-Equity-Unternehmen suchten eher Firmen, die profitabel seien und bei denen sie den Großteil des Kaufpreises über Fremdkapital finanzieren können. Und Banken gäben nur Fremdkapital, wenn es aus den Cash Flows des jeweiligen Unternehmens bedienen könne. So musste sich Soundcloud wieder mit Venture Debt behelfen.

„Aus meiner Sicht bleiben nur strategische Käufer von außerhalb Deutschlands“, sagt Schmidt, und führt den US-Telko Verizon als Beispiel an. Wenn es wirklich die letzte Hoffnung Soundclouds sein sollte, dass ein US-Konzern, der zuletzt Yahoo und AOL übernommen hat, einen in den Vereinigten Staaten kaum bekannten Musikdienst aufkauft – dann sind Befürchtungen, dass Soundcloud vor einer schwierigen Zukunft steht, mehr als berechtigt.

Die komplette Folge vom OMR Podcast mit Sven Schmidt, in der es außerdem auch um den Idealo-Ladenzeile-Deal geht, könnt Ihr hier anhören (bei Soundcloud – denn wir sind Fans des Produkts).

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2 Kommentare

  1. Last 26.03.2017 um 00:26 Uhr Antworten

    „einen in den Vereinigten Staaten kaum bekannten Musikdienst“? Meinst du damit Soundcloud? Es ist doch genau umgekehrt, nämlich dass der Dienst fast nur in den USA bekannt ist. Er ist dort eine riesige Marke, wohingegen er in Europa eher unbekannt geblieben ist. Ansonsten sind in dem Artikel einige Details richtig, aber vieles kunterbunt spekuliert.

  2. David P. 13.05.2017 um 14:43 Uhr Antworten

    Schade um die sehr gute Software…

    Viele (vor allem US-) Künstler auf SoundCloud, machen Ihre Musik zwar einerseits aus Freude an der Sache auf die Plattform, gerade weil es so gut funktioniert, ABER wollen auch Geld damit machen.

    Als Konsequenz daraus holen Sie sich einen iTunes- oder BandCamp-Verkäufer Account und posten dann Links unterhalb Ihres SoundCloud Profils, das Fans die Mukke kaufen können.

    Aus diesem Verhalten der Kreativen (und das können die SoundCloud-Leute ja easy aus den Inhalten der Beschreibungstexte der Künstler analysieren) kann man eigentlich ganz einfach/logisch schlussfolgern, dass die Plattform eine Verkaufsmöglichkeit braucht.

    Das haben die 2011 scheinbar auch mit „SoundRain“ versucht, aber irgendetwas massiv falsch gemacht… selbst die Künstler sind verwirrt ( https://soundcloudcommunity.com/soundcloud-on-your-computer-230066/soundrain-for-sell-my-tracks-6721337/index1.html ).

    Ähnlich mit Merchandise-Artikel, da gäbe es – ohne Investment – mit Partnern soviel Kohle zu machen – offenbar scheine ich hier aber zu kapitalistisch zu denken 😛

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