Rockstars Picks: 16 Firmen, die Googles Suchmaschine dominieren

Das sind die spannendsten Artikel der vergangenen Wochen

Regelmäßig stellen wir spannende Artikel, die wir gerne auch selber geschrieben hätten, in den Rockstars Picks vor. Heute mit folgenden Fragen: Gibt es so etwas wie eine Elite an Firmen, die einen Großteil von Googles Suchergebnissen dominieren? Nischenseiten-Guru Glen Allsopp alias „Viperchill“ glaubt das und legt seine These in einem langen Blog-Artikel dar. Außerdem: Ist der große Traffic-Rausch für Publisher bei Facebook schon wieder vorüber? Welche sind die derzeit heißesten Adtech-Startups? Und: Wie sieht die Zukunft des Podcastings aus?

„How 16 Companies are Dominating the World’s Google Search Results“ – zugegeben, die Überschrift des Artikels von Glen Allsopp auf seinem Blog Viperchill ist recht reißerisch (nicht, dass wir per se etwas gegen reißerische Headlines hätten…). Und natürlich muss man auch im Hinterkopf behalten, dass Allsopp eigene „Get rich quick“-Video-Kurse verkauft, und damit hinter seiner Zuspitzungen auch ein Reichweiten- und damit finanzielles Interesse steht, weswegen der Artikel mit Vorsicht gelesen werden sollte. Aber es ist durchaus interessant zu sehen, wie Allsopp anhand von diversen Screenshots zu (englischsprachigen) umkämpften Suchanfragen bei Google zeigt, wie stark einige große Verlage und Online-Publisher mittlerweile bei Google vertreten sind. Und wie sie mit dieser Macht und den aufgebauten Marken offenbar relativ schnell und einfach neue Portale aufbauen können.

Noch vor wenigen Monaten schrieb Rockstars-Gründer Philipp Westermeyer an dieser Stelle: „Facebook ist als Traffic-Kanal für Publisher vermutlich ein „Once in a generation“-Phänomen.“ Ist jetzt die Gelegenheit schon vorbei? Einem Artikel der Financial Times zufolge (nur mit Registrierung zu lesen), ist die Reichweite, die Publisher über Facebook erzielen können, seit Anfang des Jahres um 42 Prozent gesunken. Der Bericht basiert auf einer Untersuchung des Dienstleisters Socialflow. Wir selbst haben dieses Phänomen nicht in diesem Ausmaß feststellen können und sehen nach wie vor Chancen für Facebook als bezahlten, aber günstigen Traffic-Kanal. Trotzdem ist natürlich nicht zu leugnen, dass sich Facebook immer stärker selbst zur Publishing-Plattform und –Company wandelt.

Keine ausführliche Analyse oder Recherche, aber ein interessantes Info-Häppchen: Die meisten Menschen sind nicht einmal bereit, einen US-Dollar zu zahlen, um keine Werbung auf ihren Mobile-Geräten angezeigt zu bekommen. Das hat eine vom Mobile-Marketing-Dienstleister Tune durchgeführte Studie ergeben, über die Business Insider berichtet hat. Keine guten Aussichten für Paid Content also.

WeChat, die Messaging-App des chinesischen Unternehmens TenCent, ist ein Schwergewicht: In Asien ist die App mittlerweile die wichtigste Plattform. Doch der Versuch, diesen Erfolg auf eine internationale Nutzerschaft zu erweitern, ist bislang offenbar krachend gescheitert, wie ein Artikel von „Tech in Asia“ mit der Headline „WeChat’s global expansion has been a desaster“ zeigt – und das trotz teurer Werbekampagnen mit Lionel Messi als Testimonial.

Die Stimmung in der Adtech-Branche ist derzeit eher gemischt. Im fragmentierten Markt findet eine Konsolidierung statt, und die Frage, ob und welche unabhängigen Player sich langfristig gegenüber den großen Plattformkonzernen behaupten können, ist immer noch offen. Dass es trotzdem noch aufstrebende Stars gibt, die Hoffnung machen, zeigt der Business Insider mit einem Ranking der „37 hottest pre-IPO ad tech startups 2016“.

Podcasts sind gerade im Kommen – das sagen wir selbst immer wieder und merken es auch selbst an der Resonanz auf unseren Podcast. Aber wie wird sich dieses Segment langfristig entwickeln? Wie ist der Status Quo im Markt, welche Chancen gibt es für Podcast-Publisher und besteht die Gefahr einer „Facebookisierung“ des Segments, mit einer „Winner takes all“-Plattform? Diesen Fragen geht Ben Thompson von Stratechery in einer interessanten Analyse mit der Headline „The Future of Podcasting“ nach (Danke für den Hinweis an Patrick Aust).

Spotify hat zuletzt den Podcast von Jan Böhmermann und Oli Schulz eingekauft. Der schwedischstämmige Streaming-Dienst hat das Potenzial, sich langfristig als größte Audio-Plattform zu etablieren. Aber wie ist die Plattform so groß geworden, wie sie es heute ist? Einer der Hauptwachstumstreiber war der personalisierte wöchentliche Musikmix, den die Spotify-Nutzer jeden Montag in ihrer App finden: „The Playlist That’s Helping Spotify Win The Streaming Music Battle“ (Artikel auf Vocativ). Allein diese Playlist verfüge über doppelt so viele Hörer wie die Streaming-Konkurrenten Apple Music und Tidal zusammen.

Zuletzt noch etwas zum Schmunzeln: Der Tumblr „Confirm Shaming“ sammelt Screenshots von Buttons auf Webseiten, die ihre Nutzer beschimpfen, weil sie das jeweilige Angebot ablehnen, etwa mit Texten wie „No, I don’t want no free traffic“. Klar, Conversion Optimierung ist auch für uns kein Fremdwort. Dass das Ganze aber auch netter geht, beweisen unsere Kolleginnen von Très Click, die in ihrem Exit-Intent-Popup mit folgendem Text bei ihren Leserinnen für eine Newsletter-Anmeldung werben: „Du willst wissen, wann Ryan wieder Single ist?“. Wer nichts von Ryans Liebesleben wissen will, bleibt dann nur der Klick auf den Button mit folgendem Text: „Nein Danke, Ryan interessiert mich nicht.“ Armer Ryan…

Tres Click Screenshot

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