Best of 2021: Das sind die zehn meistgelesenen OMR-Artikel des Jahres

Clubhouse, NFTs und Kurioses – diese Themen haben Euch am meisten interessiert

Auch auf die Gefahr hin, dass Ihr das Wort „Jahresrückblick“ so langsam nicht mehr hören bzw. lesen könnt: Hier kommt noch einer – tada! Traditionell listen wir kurz vor Ende des Jahres die meistgelesenen Artikel der vergangenen zwölf Monate auf. Auch diese Mal ist das Ranking eine recht wilde Mischung aus den großen Hypes, außergewöhnlichen Personen und tiefen Analysen.

Bevor es direkt ins Ranking geht: Uns ist natürlich völlig klar, dass zehn Artikel ein Jahr in der (digitalen) Marketing-Welt nicht vollständig abbilden können. Trends aufzeigen können sie aber doch – schließlich sind das die Artikel, die im Jahr 2021 auf omr.com erschienen sind und die meisten Aufrufe erzielt haben.

Zwei kleine Ausnahmen haben wir in diesem Jahr allerdings gemacht. Erstens: Weil Rankings innerhalb des Rankings irgendwie zu meta sind, laufen die quasi außer Konkurrenz. Auflistungen wie unsere OMR50-Liste mit den spannendsten Macher:innen des Jahres hätte es ansonsten in die Top 10 geschafft. Ebenso ein exklusiv mit Jung von Matt erstelltes Ranking der deutschen Startups mit den stärksten Marken. Und klar: Auch Tiktok, Instagram und Linkedin Bestenlisten interessieren enorm viele Leser:innen.

Zweitens: Pro Woche erscheinen zwei Folgen des OMR Podcasts. Und zu jeder veröffentlichen wir hier einen zusammenfassenden Artikel. Wenig überraschend also, dass auch die sehr häufig gelesen werden. Die Top-Podcasts des Jahres folgen aber noch in einer separaten Auflistung. Stay tuned.

Platz 10: Tausendsassa Fynn Kliemann und sein NFT-Projekt

Man darf sich zu recht die Frage stellen: Gibt es eigentlich irgendetwas, was Creator, Musiker, Künstler, Heimwerkerkönig, Unternehmer und Immobilien-Aufkäufer Fynn Kliemann nicht macht? Seit Anfang des Jahres kann man zumindest auch eigene NFTs von der vermutlich recht kleinen Liste streichen. Im März ist der erste große Höhepunkt des bis heute anhaltenden NFT-Hypes. Und Kliemann will den nicht an sich vorbeiziehen lassen. Er produziert 100 einzigartige Jingles und versteigert sie über die Plattform Rarible. Mit OMR hat er darüber gesprochen, warum er sich das Experiment eine fünfstellige Summe hat kosten lassen, wieso sein Erzfeind mitbietet und warum sich auch Marketer für NFTs interessieren sollten.

Platz 9: Wie wir mal Reebok kaufen wollten

Wenn wir innerhalb der Redaktion auf Themen rumdenken und ein wenig rumspinnen, entstehen manchmal zumindest auf den ersten Blick absurde Ideen. So hat Philipp Westermeyer recht glaubhaft versichert, wirklich gerne Reebok kaufen zu wollen…wenn er doch „bloß die Kohle hätte.“ Die ehemalige Adidas-Tochter hat sich dann zwar die Authentic Brands Group geschnappt (2,1 Milliarden Euro hat unser Budget überstiegen), ein wirklich langer und außergewöhnlicher Artikel ist trotzdem entstanden. Die gesamte Redaktion hat noch vor dem Verkauf mit zahlreichen Expert:innen aus der Fashion-Branche, aus Marketing, Popkultur und Industrie gesprochen. Herausgekommen ist eine tiefe Analyse über die Brand Reebok, was in den vergangenen Jahren schief gelaufen ist – und wie die Marke wieder zum alten Glanz finden könnte.

Platz 8: Die große NFT-Wette von Sorare

Die dritte Platzierung und bereits zum zweiten Mal NFTs als Thema. Es könnte sich abzeichnen, welcher Hype im Jahr 2021 am meisten interessiert hat… Zum ersten Mal darüber geschrieben haben wir am 10. Dezember 2020. Und weil das noch vor der ersten großen Welle war und der Artikel entsprechend erst in den Folgemonaten größere Aufmerksamkeit erfahren hat, berücksichtigen wir ihn ausnahmsweise noch im diesjährigen Ranking. Kollege Christian hat damals getitel: „57.000 Euro für eine virtuelle Mbappé-Sammelkarte: Der Hype um NFT-Collectibles“. Ob er geahnt hat, dass wenige Wochen später eine JPEG-Datei für fast 70 Millionen Euro verkauft wird? Seit Erscheinen des Artikel hat die Fantasy-Football-Plattform Sorare über 600 Millionen Euro VC-Geld eingesammelt. CEO Nicolas Julia war übrigens auch schon in unserem englischsprachigen Podcast zu Gast und wird als Speaker auf dem OMR Festival 2022 auftreten.

Platz 7: Der große NFT-Erklärer

Jap, NFTs haben enorm viel mediale Aufmerksamkeit im Jahr 2021 erfahren. Wir haben uns eeinigermaßen zurückgehalten. Die wenigen ausführlicheren Artikel, die nicht einfach nur den nächsten Rekord vermelden, haben dafür umso mehr Aufrufe erhalten. So auch der große Erklär-Artikel „Was ist NFT? Der große OMR-Explainer“.

Platz 6: Die Excel-Influencerin Kat Norton

Trockene Tabellenkalkulationen und eine App, die eigentlich für tanzende Teenies bekannt ist – kann das zusammenpassen? Kat Norton, US-Amerikanerin und Ende 20, dachte sich: Ja. Als „Miss Excel“ hat sie auf Tiktok eine Influencerinnen-Karriere gestartet und verzeichnet heute mit Videos, in denen sie Tipps zu Microsoft Excel gibt, auf der Plattform 708.000 Follower sowie mit Reels auf Instagram 570.000 Abonnenten. Mit Kursen zu Office-Software dürfte sie in diesem Jahr einen gut siebenstelligen Umsatz generieren. Eine außergewöhnliche Geschichte, die das Potenzial der Plattformen ziemlich gut veranschaulicht und entsprechend häufig gelesen wurde.

Platz 5: Erinnert Ihr Euch noch an Clubhouse?

Als NFTs noch ihren großen Hype vor sich hatten, hatte die Audio-App Clubhouse ihn schon fast hinter sich. Mitte Januar redete die gesamte deutschsprachige Digital-Branche über die Anwendung, die plötzlich auch die Charts der App Stores dominierte. Für die, die sich nicht mehr erinnern: Mit der App lassen sich Räume erstellen, in denen Nutzende sich dann live unterhalten können. Moderierende können neue Gesprächsteilnehmende von den Zuhörenden auswählen. Weil die Registrierung nur per Einladung möglich und die App Anfangs nur für iPhones verfügbar war, entstand Fomo (Fear of missing out). Social-Media-Größen, Influencer:innen, Schauspieler:innen, Politiker:innen, Sportler:innen – es gibt kaum jemanden, der nicht auf der Plattform aktiv war. Ähnlich wie diese selber ist heute fast schon vergessen, wer einen wesentlichen Teil zum App-Hype des Jahres beigetragen haben dürfte: Philipp Klöckner und Philipp Gloeckler vom Doppelgänger-Podcast.

Platz 4: Und noch einmal NFTs: Axie Infinity

Wo ein Hype ist, sind Profiteure nicht weit. Einer dieser Profiteure des großen NFT-Hypes ist Axie Infinity, ein rundenbasiertes Online-Kartenspiel und vermutlich das beliebteste Blockchain-Game. Täglich sind heute mehr als zwei Million User auf der Plattform aktiv. Sie kaufen Land und Ausrüstung, füttern, züchten und trainieren ihre „Axies“, lassen sie im Kampf gegeneinander antreten, verkaufen sie und verdienen dadurch Krypto-Geld. Im August war Axie Infinity noch die wertvollste NFT-Sammlung der Welt – im Oktober folgte eine Finanzierungsrunde in Höhe von 150 Millionen US-Dollar.

Platz 3: Der Duft-Influencer Jeremy Fragrance

Für junge Männer ist der Youtuber die Instanz in Parfüm-Fragen, mit Affiliate-Links und einer eigenen Duftlinie verdient er inzwischen siebenstellig. Jeremy Fragrance ist Parfüm-Influencer mit einer Personenmarke, die es so vermutlich nicht noch einmal geben dürfte. Bei ihm sind Düfte „geil“ oder „scheiße“, seine Clips heißen „Top 10 Kompliment Monster für Männer“ und „Günstige Parfums, die teuer riechen“ und erreichen auch dank des polarisierenden Auftretens Millionen-Reichweiten. Über 4,5 Millionen Social-Media-Follower hat er heute, darunter nicht nur Fans. Wir hatten mit dem gebürtigen Oldenburger gesprochen und er hat erzählt, wie aus dem Mitglied einer gescheiterten Boygroup der weltweit bekannteste Duft-Influencer geworden ist, der inzwischen das meiste Geld mit seiner eigenen DTC-Brand verdient.

Platz 2: Papatastisch, wyld, cringe – das Jugendwort des Jahres

Einmal im Jahr will der Langenscheidt-Verlag mit dem „Jugendwort des Jahres“ klären, wie die Jugend wirklich spricht. Doch nachdem dafür im vergangenen Jahr das Verfahren auf eine Online-Abstimmung umgestellt worden war, fanden sich in der finalen Top 10 der Begriffe einige Auffälligkeiten. Offenbar hatten gleich zwei Influencer sowie eine Community die Liste mit Hilfe ihrer Reichweiten „gehackt“. Wie genau hat Social-Media-Berater Felix Beilharz in einem Gastbeitrag für OMR erklärt – und damit gleichzeitig demonstriert, in welchem Maß digitale Content Creator und ihre Communities mittlerweile die Aufmerksamkeitsökonomie bestimmen. Das Jugendwort des Jahres wurde dann übrigens „cringe“. Irgendwie passend.

Platz 1: 6PM von Achraf Ait Bouzalim

Nichts funktioniert im Klamotten- und Sneaker-Business aktuell besser als Drops begehrter weil meist verknappter Produkte. Und eines der derzeit wohl beeindruckendsten Beispiele dafür liefert in Deutschland das Frankfurter Label 6PM. Der Gründer Achraf Ait Bouzalim verkauft jede Kollektion in Minuten aus, obwohl er bisher kein Geld für Marketing ausgegeben hat. Viele enge Kontakte ins Musik- und vor allem Rap-Business, Authentizität und absolute Nähe zu seiner Community scheinen das obsolet zu machen. Wie Achraf und seine Marke sind, hat zuletzt auch About You verstanden – und in sein Fashionlabel investiert.

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