Der Onefootball-Gründer über 10 Millionen aktive Nutzer, 21 Investoren und berühmte Ahnen

OMR Podcast Onefootball Lucas von Cranach Westermeyer

Onefootball-Gründer Lucas von Cranach (r.) bei der Podcast-Aufnahme mit Philipp Westermeyer.

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OMR Podcast: So will Lucas von Cranach die Fußball-App weiter wachsen lassen und ihre Millionen-Reichweite in Zukunft monetarisieren

170 Menschen arbeiten mittlerweile für die 2008 in Bochum gegründete Fußball-App Onefootball. Der Macher Lucas von Cranach hat es seitdem nicht nur geschafft, über 20 namhafte Beteiligungsgesellschaften und VCs davon zu überzeugen, zu investieren. Jetzt holt er sich mit Ex-Puma-Chef Franz Koch und dem ehemaligen Sport 1 Media-CEO Patrick Fischer auch noch echte Branchen-Prominenz ins Management. Wie er das macht, auf welchen Kanälen der Publisher aktuell günstig App-User generiert und wie die kombinierte Reichweite von 25 Millionen Nutzern im Monat in Zukunft vermarktet werden soll, verrät er im neuen OMR Podcast.

„Die Idee war von Anfang an, eine Media-Plattform nur für Fußball-Fans aufzubauen. Und die dann auch global verfügbar zu machen“, sagt Lucas von Cranach im Gespräch mit Philipp Westermeyer. Der Fokus liege dabei auf der eigenen App, die 2009 weltweit als eine der ersten 1.000 in Apples Appstore verfügbar war. Hier tritt Onefootball als Aggregator zahlreicher Quellen auf: Der User gibt nach dem Download seinen Lieblingsclub und eine Nationalmannschaft an; die Redaktion sorgt dann dafür, dass er personalisierte Push-Nachrichten erhält.

Zehn Millionen MAUS (Monthly Active User) könne die App laut von Cranach aktuell vorweisen. Kombiniert, also inklusive aller Social-Media-Auftritte, komme Onefootball auf rund 25 Millionen User. Die Art und Weise, wie das Unternehmen vor allem neue App-Nutzer gewinnt, habe sich dabei in den vergangenen Jahren drastisch verändert. „Bis vor zwei Jahren sind wir eigentlich ausschließlich organisch gewachsen. Es gab keine Marketing-Abteilung und kein Budget in dem Sinne“, so Lucas von Cranach. Heute könne man ein rein organisches Wachstum eigentlich vergessen. „Der App-Store ist eigentlich nur noch ein Download-Medium. Und kein Discovery-Medium, wie noch am Anfang.“

Bis zu 6.000 Influencer-Kampagnen auf Youtube pro Monat

Um trotzdem weiterhin zu wachsen, neue Installs und User zu generieren, setzt Onefootball auf eine sehr spezielle Strategie. „Wir haben ein eigenes System entwickelt, um so automatisiert wie möglich Kampagnen mit Influencern auf Youtube zu realisieren“, sagt Lucas von Cranach. Zwischen 4.000 und 6.000 solcher Kampagnen mit vor allem kleineren Nischen-Youtubern werden demnach pro Monat gebucht, der Großteil neuer Nutzer komme aus dieser Quelle. „Für einen richtig guten Nutzer der App würden wir auf einer der klassischen Plattformen zwischen zwei und drei Euro bezahlen“ so von Cranach. „Mit unserer Strategie der Youtube-Influencer liegen wir bei zehn bis 20 Cent.“ Langfristig rechne er nicht mit der Einheit Cost per Install, sondern mit Cost per Active User. Die eigenen Youtube-Kanäle mit immerhin 182.000 (deutsch) und 204.000 Abonnenten (englisch) dienen laut von Cranach übrigens hauptsächlich dem Transport der Marke – und nicht dem Vertrieb der App.

Das in den Augen des Gründers beste Produkt, um die Millionen-Reichweite von Onefootball dann auch zu monetarisieren, sei kein bestimmtes Werbeformat. Lucas von Cranach sagt: „Es ist die Segmentierung. 90 Prozent unserer Kunden haben uns Lieblingsverein- sowie Nationalmannschaft genannt und außerdem Push-Notifications aktiviert. Das ist meiner Meinung nach eines der größten Assets.“ Rechteinhaber der großen Fußball-Wettbewerbe wie Sky, Dazn und Eurosport – sogenannte OTTs (over the top) – würden so beispielsweise regelmäßig zwei Stunden vor bestimmten Partien mit verschiedensten Werbemitteln innerhalb der App fuauf Fans der teilnehmenden Clubs targeten. Das sei der beste Moment, um Tagestickets zu verkaufen.

Kundenkontakt statt Umsatz als relevanteste Kennzahl

„Die Media-Vermarktung ist das Fundament von dem, was wir hier tun“, sagt Lucas von Cranach. 2020 sollen die Media-Umsätze die gesamten Kosten der Firma tragen. Umsatz war für ihn dennoch nie die erste Priorität. Heute werde vor allem bei Übernahmen für den Kontakt zum Kunden bezahlt, so sei es auch bei der Akquisition der Koch-App Kitchen Stories durch die Bosch-Tochter BSH gewesen. „Wir wollen aber natürlich trotzdem in den Direct-To-Consumer-Umsatz reingehen. Vor allem mit Bewegtbild und Wetten“, so von Cranach. Die wichtigste Frage sei dann, wie viel Umsatz über eine bestimmte Laufzeit mit einem Kunden generiert werden kann.

Speziell für diese Themen – weiterer Ausbau der Reichweite und deren Monetarisierung – konnte Lucas von Cranach zuletzt prominente Verstärkung für Onefootball verkünden. Seit Anfang September ist der ehemalige Puma-CEO Franz Koch Chief Operating Officer bei der Fußball-App. Von Cranach und Koch kennen sich schon etwas länger, hätten unter anderem gemeinsam in ein Startup investiert. „Das lief nicht so gut. Und die Art und Weise, wie Franz Koch mit der Situation umgegangen ist, hat mich extrem beeindruckt“, sagt Lucas von Cranach. Zum 1. Januar 2019 stößt außerdem Patrick Fischer, Ex-Chef von Sport 1 Media, als Chief Business Officer, hinzu.

Im OMR Podcast spricht Onefootball-Gründer Lucas von Cranach außerdem über die Unterschiede der inzwischen 21 Investoren, erklärt, wie die Zusammenarbeit mit Earlybird Venture Capital, Union Square Ventures und Hopp Family Office im Board of Directors funktioniert und deutet an, wie viel Umsatz das Unternehmen heute macht.

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Wir haben ja schon das eine oder andere Mal auf den Podcast aus dem Hause Facebook hingewiesen. In „Das Facebook Marketing Update“ gibt es aktuelle Tipps, Tricks und Neuerungen rund um Facebook und Instagram. Jin Choi, Group Director DACH für FMCG, Retail und Entertainment bei Facebook, führt durch die Folgen und begrüßt Gäste von Facebook selbst sowie externe Experten. In der aktuellen Folge ist zum Beispiel Marketing-Spezialist Florian Heinemann zu Gast und – kein Witz – Philipp Westermeyer selber. Zum Gespräch über verschiedenste Aspekte und Anekdoten aus dem digitalen Marketing geht es hier entlang.

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Alle Themen des Podcasts mit Onefootball-Gründer Lucas von Cranach im Überblick:

  • Was genau ist Onefootball? (ab 01:25)
  • Warum hat Lucas von Cranach in Bochum gegründet? (ab 03:00)
  • So entstand die Idee, eine reine Fußball-App zu entwickeln (ab 04:00)
  • Warum App statt Social Media? (ab 06:00)
  • Wie viele Nutzer hat Onefootball pro Monat? (ab 07:30)
  • Das ist laut von Cranach der Mehrwert von Onefootball für einen Fußball-Fan (ab 08:00)
  • Was unterscheidet Onefootball von Plattformen wie Twitter? (ab 09:50)
  • Das waren die wichtigsten Wachstumsfaktoren nach der Gründung von Onefootball (ab 12:00)
  • Was hat sich in der App-Ökonomie in den vergangenen Jahren geändert? (ab 13:00)
  • Wie verdient Onefootball Geld? (ab 15:30)
  • Welche neuen Erlösströme kann es für das Unternehmen in Zukunft geben? (ab 17:00)
  • Der Aufgabenbereich des Neuzugangs Patrick Fischer, vormals CEO Sport 1 Media (ab 19:45)
  • So funktioniert die Zusammenarbeit mit „OTT’s“, also Rechteinhabern wie Sky, Dazn oder Eurosport (ab 21:30)
  • Das sind Wettbewerber von Onefootball (ab 23:40)
  • So funktioniert die Zusammenarbeit mit Advertisern außerhalb der Fußball-Branche (ab 25:40)
  • Wie viel Umsatz macht Onefootball? (ab 27:00)
  • Diese namhaften Unternehmen und Personen sind bei Onefootball investiert (ab 30:15)
  • Ein weiterer prominenter Neuzugang in den vergangenen Wochen war Franz Koch, ehemaliger Puma-CEO (ab 37:00)
  • Wie hat Lucas von Cranach Daniel Hopp, Sohn von SAP-Gründer Dietmar Hopp, davon überzeugen können, in Onefootball zu investieren? (ab 41:00)
  • Deshalb ist Youtube im Vergleich die wichtigste soziale Plattform für Onefootball (ab 43:00)
  • So generiert Onefootball über Youtube-Influencer App-Installs (ab 48:00)
  • Welches Ziel hat Lucas von Cranach langfristig für Onefootball? (ab 52:50)
  • Wie bewertet von Cranach neue Sport-Publishing-Modelle wie das des US-Startups The Athletic? (ab 56:30)
  • Könnte Onefootball in Zukunft auch selber mal zum Inhaber von Übertragunsrechten werden? (ab 01:01:45)

Wie immer könnt Ihr den aktuellen OMR Podcast bei SoundcloudiTunes (falls die aktuelle Episode noch nicht sichtbar ist, einfach abonnieren) oder per RSS-Feed anhören. Auch auf SpotifyStitcher und Deezer findet Ihr uns. Und es gibt jetzt auch einen Alexa Skill! Viel Spaß beim Anhören – und vielen Dank für jede positive Bewertung.

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