Dieser deutsche VC hat in den letzten sechs Jahren jeweils einen Milliarden-Exit betreut

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VC-Legende Albert Wenger von Union Square Ventures im neuen OMR Podcast

Seit über 20 Jahren lebt Albert Wenger in den USA. In der Zeit hat er in Harvard und am MIT studiert, eine Firma an Yahoo verkauft und war mit Union Square Ventures (USV) Frühinvestor von unter anderem Twitter, Tumblr sowie Etsy. Im neuen OMR Podcast erklärt er, in welche Bereiche und Geschäftsmodelle USV heute vor allem investiert, was es mit dem Zeitalter der Aufmerksamkeit auf sich hat und warum er sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen einsetzt.

Den Podcast mit Albert Wenger hat OMR-Gründer Philipp Westermeyer vor wenigen Tagen während seines New York-Besuchs aufgenommen. Auf OMR.com schreibt er regelmäßig über seine Eindrucke und Treffen mit spannenden Leuten vor Ort.

„Um ein guter Operator zu sein, muss man sich sehr lange sehr stark auf eine Sache fokussieren und mit People Problems umgehen wollen. Beides sind nicht unbedingt meine Stärken“, gibt Albert Wenger im Gespräch mit Philipp Westermeyer zu. Diese Erkenntnis und die frühe Entscheidung für einen Werdegang als VC haben seiner Karriere nicht wirklich geschadet. Im Gegenteil: 2004 wird Wenger Venture Partner beim noch jungen Unternehmen Union Square Ventures, verkauft ein Jahr später den Bookmarking-Dienst Delicious an Yahoo und ist an frühen Investitionen in Twitter, Tumblr, Etsy, Zynga und Disqus beteiligt. Seit 2008 ist er einer von aktuell sechs General Partnern bei Union Square Ventures, in jedem der zurückliegenden sechs Jahre hat das Unternehmen einen Milliarden-Exit betreut.

Unterschiedliche Phasen der Investitions-Strategie

In den vergangenen Jahren haben sich die Kriterien, nach denen Union Square Ventures Unternehmen auswählt, in die sie investieren, laut Wenger deutlich verändert: „Am Anfang haben wir bewusst stark auf Netzwerk-Effekte gesetzt und in Twitter, Tumblr und Etsy investiert“, sagt er. Damit könne man sich heutzutage aber nicht mehr differenzieren, weil jeder VC nach Netzwerk-Effekten suchen würde. „Dann gab es eine Phase, in der wir uns auf Infrastruktur-Themen wie bei Stripe, MongoDB und Twilio fokussiert haben. Und in jüngster Zeit sind es vor allem Companys, die den Zugang für Menschen zu Dingen wie Kapital, Wissen oder Wellbeing erleichtern.“

Zu letzterem zählt Albert Wenger unter anderem die Berliner Verhütungs-App Clue, die Sprachlern-App Duolingo, die Programmier-Plattform Codecademy oder das Kredit-Portal Auxmoney. Ein weiterer Bereich, in den Union Square Ventures investiert, ist der Krypto-Markt. „Wir waren die ersten Investoren in Coinbase, sind bei Protocol Labs, Filecoin, Blockstack und einigen anderen dabei“, so Wenger.

Wengers These vom Zeitalter der Aufmerksamkeit

Der VC hat aber nicht nur einen Blick auf wirtschaftliche Kennzahlen und Bilanzen. Er beschäftigt sich seit Jahren auch intensiv mit gesellschaftlichen und sozialpolitischen Entwicklungen – und schreibt darüber auf seinem Blog Continuations und online in Buch-Form unter worldaftercapital.org. Eine seiner Kernthesen: Das Zeitalter des Kapitals ist vorbei, das einzig knappe Kapital sei heute die Aufmerksamkeit.

„Wir sind in einer seltsamen Zwischenphase, in der wir Aufmerksamkeit auf die eigentlich falschen Themen lenken“, sagt Albert Wenger. „Facebooks Marktwert beispielsweise steigt, je mehr Aufmerksamkeit es auf sich ziehen kann. Und das ist viel leichter mit Katzenbildern und emotional formulierten politischen Headlines, über die sich Menschen aufregen.“ Das sei das Grundmodell von Werbung: Aufmerksamkeit sammeln und weiterverkaufen. Wenger sagt: „Wir müssen verstehen, dass das problematisch ist. Wenn man nicht proaktiv etwas für seine psychologische Freiheit unternimmt, wird man von den großen Aufmerksamkeits-System aufgesaugt.“

Warum Albert Wenger davon überzeugt ist, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen dazu beitragen könnte, die Aufmerksamkeit wieder zu verschieben, welche Politiker er aus diesem Grund unterstützt und weshalb seiner Meinung nach das Zeitalter der Silicon-Valley-Innovationen vorbei ist, erfahrt Ihr im aktuellen OMR Podcast.

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Alle Themen des Podcasts mit Investor Albert Wenger im Überblick:

  • Der VC Albert Wenger erklärt die Aktivitäten von Union Square Ventures (ab 02:15)
  • So hat der in Deutschland geborene Wenger seine Karriere in den USA gestartet (ab 04:30)
  • Wie kam 2007 das Investment in Twitter zustande? (ab 09:00)
  • Deshalb investiert Union Square Ventures aktuell vor allem in Companys, die Zugang zu Wissen, Kapital oder Wellbeing bieten. Und darum passte die Berliner Verhütungs-App Clue genau in dieses Raster (ab 11:00)
  • Deshalb ist für viele der Portfolio-Firmen von Union Square Ventures Influencer Marketing heute so effektiv (ab 13:30)
  • Subscription-Modelle statt Monetarisierung durch Ads (ab 15:00)
  • Aufmerksamkeit schlägt Kapital: Das meint Albert Wenger mit seiner These zu Wirtschaft und Gesellschaft, mit der er das Zeitalter der Aufmerksamkeit beschreibt (ab 15:45)
  • Wie hat sich Twitter vor dem Hintergrund von Wenger Aufmerksamkeits-These seit dem Investment von Union Square Ventures verändert? (ab 20:20)
  • Wie Ubermedia einmal versuchte, durch den Kauf von unabhängigen Twitter-Apps einen Konkurrenten aufzubauen – und der Kurznachrichtendienst laut Wenger die Nerven verlor (ab 22:00)
  • Deshalb hat der B2C-Ansatz von Foursquare nicht funktioniert und so hat sich das Unternehmen neu auf B2B ausgerichtet (ab 24:45)
  • Die Soundcloud-Story: Die Macht der drei großen Musik-Labels macht den Bereich laut Wenger extrem schwierig (ab 28:30)
  • Wie schätzt Albert Wenger die digitale Gründerszene in Deutschland und speziell Berlin ein? (ab 29:50)
  • So sieht der VC die aktuelle Situation und Zukunftschancen vom Krypto-Markt (ab 31:45)
  • Das grundlegende Problem der digitalen Welt: Endnutzer haben nicht genug Macht gegenüber den großen Unternehmen (ab 33:30)
  • Albert Wengers Einschätzung zu Mark Zuckerberg (ab 39:45)
  • Deshalb arbeitet der VC intensiv am Übergang der Industrie- zur Wissensgesellschaft (ab 41:20)
  • Staatliche Förderungen und Preise als Anreiz zur Lösung von Problemen und Innovation gebe es laut Wenger viel zu wenig (ab 44:00)
  • Wenger über Probleme der Demokratie, Fake News, Freiheit und bedingungsloses Grundeinkommen (ab 47:00)
  • Deshalb unterstützt Albert Wenger den Demokraten Andrew Yang bei seinem Ziel, 2020 Präsident der USA zu werden (ab 51:00)

Wie immer könnt Ihr den aktuellen OMR Podcast bei SoundcloudiTunes (falls die aktuelle Episode noch nicht sichtbar ist, einfach abonnieren) oder per RSS-Feed anhören. Auch auf SpotifyStitcher und Deezer findet Ihr uns. Und es gibt jetzt auch einen Alexa Skill! Viel Spaß beim Anhören – und vielen Dank für jede positive Bewertung.

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