So entscheidet Lea-Sophie Cramer, in welche Startups sie investiert

Lea-Sophie Cramer

Die Podcast-Stammgästin gibt Philipp Westermeyer spannende Updates aus ihrem Leben als Investorin und Business-Influencerin

Seit Lea-Sophie Cramer die CEO-Rolle bei ihrem Startup Amorelie abgegeben hat, ist sie auf der Suche: nach lohnenden Investments in junge Startups – und nach Wegen, der nächsten Gründer-Generation das Unternehmertum schmackhaft zu machen. Darum trifft sie jede Menge spannende Leute. Und als Stammgästin im OMR Podcast gibt Cramer Philipp Westermeyer regelmäßige Updates und verrät was gerade so los ist im Leben einer der umtriebigsten Startup-Personalities in Deutschland. Diesmal unter anderem Thema: ein überraschender Anruf von Tiktok, pikante Erkenntnisse über ein Maler-Genie und Pläne für ein 15.000-Euro-Dinner.

Lea-Sophie Cramer verfolgt im Jahr 2020 eine Mission: Anderen erklären, wie Unternehmertum funktioniert. Darum bittet Philipp sie in dieser Ausgabe des OMR Podcast, einmal ausführlich dazulegen, wie sie als Startup-Investorin vorgeht.

Kein Ökosystem gedeiht ohne Dünger. Konkret: die sogenannten Seed-Investments. Das sind meist vergleichsweise kleine Summen von 50.000 bis 100.000 Euro. Für frisch gestartete Unternehmen stellen sie allerdings oft die entscheidende Starthilfe dar. Viele Seed- oder auch Early-Stage-Investoren sind selbst Unternehmensgründer, die einen erfolgreichen Exit geschafft haben oder deren Firma so viel abwirft, dass sie es sich leisten können, der kommenden Generation unter die Arme zu greifen.

Aber wie genau kommen solche Deals zustande? Wie finden Geldgeber und Gründer überhaupt zusammen? Denn anders als bei späteren Investmentrunden, wo man bereits ahnen kann, ob ein Business funktionieren wird, können junge Gründer ihren potenziellen Investoren oft kaum mehr als einen wackeligen Prototypen ihrer App zeigen.

Investieren als Glaubensfrage

Wenn sie selbst Early-Stage-Investments tätige, stehe am Anfang immer das Netzwerk, so Cramer. Man kennt jemanden, der jemanden kennt, der gegründet hat und nun Geld braucht. Dann treffe man sich halt einfach mal, um über die Idee zu reden. Die Gründer pitchten und zeigten Screenshots, man diskutiere über das Ziel des Startups und bereits vorhandene Konkurrenten, sagt Cramer. „Am Anfang ist es dann einfach eine Glaubensfrage. Das gute Gefühl zum Team, zur Idee, zu dem, was der Markt gerade will.“

Die Höhe ihrer Investments unterscheide sich von Fall zu Fall und reiche von 30.000 bis 100.000 Euro. Dafür erhalte sie dann einen niedrigen einstelligen Anteil am Unternehmen, meist drei oder weniger Prozent, so Cramer. Manche Investoren steckten auch niedrigere Summen von 5.000 Euro bis 10.000 Euro in Jungfirmen. Oft würden die Gründer Investoren aber Mindestgrößen für die sogenannten „Tickets“ vorgeben, um eine Zersplitterung der Unternehmensanteile zu vermeiden.

So überschaubar Seed-Investments klingen, im Erfolgsfall können sie extrem lukrativ sein. Würde eines der Startup zum mit einer Milliarde Euro bewerteten Einhorn-Unternehmen, entsprechen drei Prozent 30 Millionen Euro. Aber natürlich bedeutet ein früher Einstieg in eine Firma immer ein hohes Risiko. „Das ist auf jeden Fall Geld, wo ich auch weiß, dass das hopps gehen kanns“, sagt Cramer.

Lea-Sophie Cramer goes Tiktok

Ganz anderes Thema: Tiktok. Dort habe sie neulich ihr erstes Video veröffentlicht – „zwangsweise, ich wollte es eigentlich gar nicht“, sagt Cramer. Doch ein Beitrag von ihr für eine Plattform, die Unternehmertum an Schulen fördern will, habe eine so schlechte Qualität gehabt, dass sie das ganze noch einmal eingesprochen und selbst hochgeladen habe.

Nun überlege sie sogar, Tiktok nach Instagram und Linkedin zur nächsten Plattform zu machen, auf der sie aktiv wird. Denn: „Ich will nicht zu diesem Old-Boys-/Girls-Club gehören, die so abfällig belächeln, wie die Jugend da ihre Kreativität auslebt.“ Und: „Als Unternehmerin ist mein Anspruch auch, da zu sein, wo meine zukünftigen Zielgruppen sein können und zu wissen, mit welchen Themen die sich so beschäftigen.“

Egaler Content, faszinierende Company

Natürlich tummele sich auf der Plattform immer noch viel Content, den sie für „egal“ und „Zeitverschwendung“ hält. Doch es gebe eben inzwischen auch Sachen wie die Rubrik „Lernen mit Tiktok“. Zudem beobachte sie mit Interesse, wie bekannte Unternehmer wie Frank Thelen und Verena Pausder die Plattform für sich entdecken.

Gut möglich, dass auch Cramer schon bald eine größere Rolle als Tiktok-Creator spielen könnte. Im Podcast berichtet sie von einem Call mit Tiktok. Die Plattform sei auf sie zugekommen und habe ihr Unterstützung angeboten. Zwar habe sie noch keine Entscheidung getroffen, doch dass eine international boomende Plattform es schaffe, auch auf so granularen, lokalen Ebene potenzielle Creator wie sie zu identifizieren und anzusprechen, würde sie faszinieren. „Das finde ich auch spannend. Das ist ja ein unfassbar proaktiver Ansatz, selber zu gucken, welche Leute sind auf anderen Plattformen aktiv und wie können wir die gewinnen“, sagt Cramer.

Wenn ihr außerdem wissen wollt, warum Lea-Sophie Cramer am besten mit Familienunternehmern kann, welche Rolle ihre eigene Familie bei ihrer aktuellen Sinnsuche spielt und warum sie gerne einmal mit Vladimir Klitschko in den Ring steigen möchte, dann hört rein in die aktuelle Ausgabe des OMR Podcast.

Unsere Podcast-Partner im Überblick:


Unser Partner Vodafone hat was Neues: Die Kollegen starten mit dem „Vodafone Business Talk“, ein spannendes Online-Format. Alexander Saul, Geschäftsführer für den Business-Bereich bei Vodafone, spricht hier über die Digitalisierung in Zeiten von New Normal. Auch Philipp ist dabei und präsentiert eine komprimierte, auf das Thema Business fokussierte Version seiner diesjährigen Keynote „State of the German Internet“. Einfach online anmelden und reinschauen. Es lohnt sich – und kostenlos ist es auch.

Die GoDaddy-Saga geht weiter. In Form des neuen Podcast-Formats „#GoTeam – Bau dein Business“. In acht Folgen spricht Philipp Westermeyer mit Gründer*innen, gibt Tipps und tauscht Insights aus. Alle Folgen findet Ihr unter anderem auf philipp-westermeyer.de (Ihr lest richtig), als Video auf dem Youtube-Kanal von GoDaddy und natürlich auf allen gängigen Podcast-Plattformen. Folge 1 mit dem Gründer der nachhaltigen Kaugummi-Marke Forest Gum ist jetzt live.

Unser neuer Partner im Podcast heißt Wrike, eine Arbeits-Management-Plattform für Unternehmen. Mit Hilfe der Software optimiert Ihr die Arbeitsabläufe zwischen verschiedenen Teams, natürlich konfigurierbar für alle möglichen Anwendungsfälle – und habt global rund um die Uhr Support. Wenn Ihr zum Beispiel Kreativ- und Sales-Teams habt und die Koordination da bisher nicht optimal läuft, solltet Ihr auf jeden Fall mal einen Blick riskieren. Zu den Kunden zählen unter anderem Google, Airbnb, Ogilvy und Siemens. Hier findet Ihr weitere Infos – inklusive einem sechswöchigen Gratis-Test.

Lindt & Sprüngli hat mit seinen Aktivitäten bei Youtube einen Case abgeliefert, den jeder FMCG-Marketeer gesehen haben sollte. Wer tiefer in das Thema einsteigen will und erfahren möchte, wie man Bewegtbild im Netz bestmöglich hebeln kann, der kann dies nun über eine ausführliche Dokumentation tun, die Youtube bereitgestellt hat. Dazu passend an dieser Stelle noch einmal ein kurzer Reminder an das digitale Youtube Festival am 8. und 9. September.

Zum Schluss noch eine Empfehlung in eigener Sache. Die OMR Academy bietet jede Menge spannender Digitalkurse. Der, den Philipp Euch heute besonders ans Herz legen möchte, dreht sich um Facebook- und Instagram-Advertising. Der zehnwöchige Kurs startet am Freitag, den 21. August. Also schnell Ticket sichern.

Alle Themen des OMR Podcasts mit Lea-Sophie Cramer in der Übersicht:

  • Über ihr jüngstes Investment in eine Wissens-App (ab 2:16)
  • Woher das Geld für ihre allerersten Investments stammte (ab 9:41)
  • Warum sie Geld in ein Meditationsstudio gesteckt hat (ab 10:01)
  • Über ihr neues Aufsichtsratsmandat und wie man überhaupt in solche Gremien gelangt (ab 12:17)
  • Wie es mit ihrer Karriere als Linkedin-Influencerin vorangeht (ab 20:02)
  • Welche Marketing-Cases Lea-Sophie Cramer bei Tiktok positiv aufgefallen sind (ab 25:46)
  • Wer sie motiviert, sich grundlegend mit den großen Themen des Jahres 2020 von Corona und Klima bis zu mangelnde Digitalisierung und Diversität zu befassen (ab 28:02)
  • Welche ihrer Meetings in der jüngeren Vergangenheit sie am meisten inspiriert haben und warum (ab 30:33)
  • Wie sie die Wachtumsstrategie von Tiktok im Vergleich zu Instagram wahrnimmt (ab 32:22)
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