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Zebra statt Unicorn: Jakob Berndt von Tomorrow & Lemonaid gründet, um Gutes tun zu können

Jakob Berndt (rechts) mit OMR-Gründer Philipp Westermeyer

Im OMR Podcast spricht der Gründer über seine bisherige Laufbahn

„Viele große Banken haben Dreck am Stecken“, sagt Jakob Berndt in der neuesten Folge des OMR Podcasts. Die Finanzinstitute würden die Einlagen der Sparer in Rüstungskonzerne, Kohlekraft oder Massentierhaltung investieren – meist, ohne dass die Kunden dies wüssten. Das von Berndt mit gegründete Banking-Startup Tomorrow will es anders machen und ausschließlich in nachhaltig geführte Firmen und Projekte investieren. In der neuesten Folge des OMR Podcasts erklärt Berndt gegenüber OMR-Mitgründer Philipp Westermeyer, wie das funktionieren soll.

„Die Grundidee ist so ein bisschen Geld zu einem Teil der Lösung werden zu lassen, von den großen Problemen, die es da draußen so gibt“, so der 38-Jährige. „Wenn man die Billionen an Euro nimmt, die auf deutschen Girokonten liegen, und sie dorthin shiftet, wo Gutes entsteht, dann ist das ein krasser Hebel für positive Veränderung. Und das ist ein bisschen unsere Mission.“

„Keiner muss auf Rendite verzichten“

Deswegen ist ein großer Teil der bisherigen Investments von Tomorrow in so genannte „Green Bonds“ geflossen: Anleihen, über deren Emissionserlöse Institutionen umweltfreundliche Vorhaben finanzieren. Daneben investiere das Banking-Startup auch in Mikro-Finanz-Fonds. Diese wollen etwas gegen das wirtschaftliche Gefälle zwischen der nördlichen und südlichen Erdhalbkugel tun und vergeben dafür unzählige Kleinkredite, damit Einzelpersonen beispielsweise ein Unternehmen gründen können.

Die Tomorrow-Kunden müssen nach Darstellung von Berndt trotzdem nicht auf Rendite verzichten: „Es gibt große Meta-Studien, unter anderem von der Uni Hamburg, die zeigen, dass Unternehmen, die Nachhhaltigkeitskriterien gerecht werden, genau so, wenn nicht so gar besser, ökonomische Rendite erwirtschaften.“ 20.000 Kunden verfügen laut Berndt über ein Konto bei Tomorrow; durchschnittlich lägen dort jeweils 1.000 Euro. Von den rund 20 Millionen Euro sollen bis Ende des Jahres 30 Prozent in nachhaltige Projekte investiert worden sein. Über ein „Impact Board“ könnten die Kunden in Echtzeit sehen, in welche Projekte das Geld fließt.

Vier Millionen Euro Spenden mit Limonade und Eistee

Tomorrow ist nicht das erste „Social Business“ von Jakob Berndt. Nachdem seinem Berufseinstieg in der Werbeagentur Jung von Matt hatte der heute 38-Jährige bereits 2009 die Getränkefirma Lemonaid Beverages mitgegründet. Das Unternehmen verkauft unter den Marken Lemonaid und Charitea zuckerarme(n) Limonade und Eistee. Von jeder verkaufte Flasche werden fünf Cent an wohltätige Projekte gespendet. „Da sind über den Zeitraum von zehn Jahren rund vier Millionen Euro an Spenden zusammengekommen“, so Berndt im OMR Podcast.

Er wolle gegenüber anderen Gründern zeigen, dass man auch andere Arten von Unternehmen gründen könne – Berndt nennt diese Zebras, anstelle des weit verbreiteten Vorbilds des „Unicorns“ mit Milliardenbewertung. „Wir sind die Diskussion so ein bisschen leid, zu sagen, es gibt entweder die kleine Ökoklitsche links, oder das richtig große Ding, das einfach abgeht“, so Berndt. „Wir glauben, das kann man durchaus schon zusammen denken und etwas bauen, was viele Menschen erreicht und über Landesgrenzen hinaus funktioniert, aber trotzdem nicht über Leichen geht dabei.“

Wie Berndt und seine Mitgründer Lemonaid groß gemacht haben, durch welche Marketinghebel und Produktfeatures Tomorrow wachsen soll und was die Tomorrow-Gründer über Mitbewerber wie N26 denken – all das erfahrt Ihr in der neuesten Folge des OMR Podcasts!

Unsere Podcast-Partner im Überblick:

Ihr kennt es schon: Zum Start der Folge sind natürlich wieder unsere Freunde von Vodafone mit dabei. Die (und wir) haben sich diese Woche sehr darüber gefreut, dass die Wirtschaftswoche ihr Produkt Vodafone Business Prime als besten Tarif für Geschäftskunden und Vieltelefonierer ausgezeichnet hat. Wie bitte – Ihr sucht gerade einen neuen Business-Mobilfunkvertrag und hustlet wie Philipp die ganze Zeit am Telefon? Na sowas, dann hätten wir doch glatt eine Idee für Euch… Mehr Infos findet Ihr unter Vodafone.de/prime!

Zum zweiten Mal mit dabei sind diesmal die Kollegen von Mittwald. Die Firma aus der Nähe von Osnabrück mit rund 180 Mitarbeitern bietet Euch hoch performantes Hosting und damit für all Eure Projekte das perfekte digitale Zuhause an. Mit dem Code omragentur erhaltet Ihr den Agentur-Server im ersten Monat gratis. Ihr seid interessiert? Bitte weiterklicken zu Mittwald.de!

Als letztes wieder mal ein paar Worte in eigener Sache: Unsere Kollegen aus dem OMR-Education-Team haben gerade die neueste Auflage des „Professional Guide to E-Mail-Marketing“-Reports herausgebracht. Darin erwarten Euch 107 Seiten Expertenwissen. Schon klar, E-Mail-Marketing hat jetzt nicht den sexiesten Ruf. Aber wir können aus eigener Erfahrung sagen: Ein gut segmentierter E-Mail-Verteiler ist das reinste Marketinggold! Mehr Infos gibt es unter OMR.com/Report.

Alle Themen des Podcasts mit Jakob Berndt im Überblick:

  • Wie ist Jakob als Werber mit Lemonaid und Charitea zum „Social Entrepreneur“ geworden? (ab 4:15)
  • Was waren die entscheidenden Hebel dabei, Lemonaid und Charitea groß zu machen? (ab 10:09)
  • Wie wurde er dann Mitgründer von Tomorrow? (ab 15:52)
  • Gibt es Parallelen zwischen Tomorrow und Lemonaid/Charitea? (ab 18:30)
  • Was ist die Grundidee von Tomorrow? (ab 21:56)
  • Muss man auf Zinsen verzichten, wenn man in nachhaltige Unternehmen investiert? (ab 24:17)
  • Wie schafft man es in einem Marktumfeld mit N26, Revolut, Monzo und anderen, Neukunden zu gewinnen? (ab 29:01)
  • Woher kommt das Geld, dass Tomorrow ins Wachstum investiert und mit welcher Summe ist Tomorrow bewertet? (ab 33:54)
  • Was kostet Tomorrow die Akquisition eines neuen Kunden und wie viele Kunden haben sie? (ab 39:35)
  • Besteht die Gefahr, dass große, bestehende Banken, die Produkte von Tomorrow einfach kopieren? (ab 41:31)
  • Reicht PR als Haupt-Kundenakquisitions-Instrument? Wo holen andere Banking-Startups ihre Kunden her? (ab 46:22)
  • Zahlen sich die Tomorrow-Gründer ein für die Bankenbranche übliches Gehalt? Und ist ein Exit für sie denkbar? (ab 49:27)

Viel Spaß beim Anhören – und vielen Dank für jede positive Bewertung!