So versuchen Hamburger Werber einen Eishockeyverein zu retten

Die Hamburg Freezers stehen vor dem Aus. Marketer sammeln jetzt Geld für die Rettung – aber warum?

Letzte Woche verkündete die Anschutz Entertainment Group (AEG) überraschend ihren Rückzug als Eigner der Hamburg Freezers. Dadurch steht der Verein vor dem Aus. Aber Spieler, Fans und auch Hamburger Marketer versuchen gerade alles, um doch noch genug Geld für eine Lizenz zusammen zu bekommen. Wir erklären, warum die Werbebranche um den Eishockeyverein kämpft, wer hinter dem Rettungsversuch steckt und wie Ihr noch helfen könnt.

In der letzten Woche hatten wir ja den zweimaligen Hockey-Olympiasieger Moritz Fürste im Podcast zu Gast und schon da sprach er viel über Vielfalt im Sport und die Chancen für Randsportarten: „Ich bin großer Sportfan und möchte, dass die Vielfalt des Sports in meiner Heimatstadt nicht immer weiter leidet“, sagte Fürste gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Um die Sportstadt Hamburg zu retten, unterstützt Fürste jetzt Freezers-Kapitän Christoph Schubert bei seinen Bemühungen, bis Dienstag 2,5 Millionen Euro für die Beantragung der Lizenz zusammen zu bekommen. Der Hockey-Nationalspieler hat eine Crowdfunding-Aktion ins Leben gerufen, bei der bis jetzt über 260.000 Euro gesammelt wurden – gleichzeitig versucht er mit Schubert Unternehmen als Förderer zu gewinnen. „Christoph sitzt den ganzen Tag bei thjnk im Büro, wir koordinieren hier die Telefonate“, sagt Fürste zu Online Marketing Rockstars.

Hamburger Werber versuchen alles

Noch zwei Tage lang kann jeder, der die Freezers unterstützen will, hier zwischen fünf und 1.000 Euro spenden. Ab 150 Euro gibt’s ein spezielles Retter-Trikot für die Unterstützer. Deutschlandweit berichten Medien über die Aktion, über 1.800 Fans haben bereits gespendet. Um schnell klar zu machen, worum es geht, haben die Unterstützer ein Video mit Kapitän Schubert in der Hauptrolle gedreht. Ansonsten gehe man laut Fürste vor allem das eigene Netzwerk aus potenziellen Sponsoren an: „Viele kommen auch aus eigenen Stücken auf uns zu.“ Die Crowdfunding-Plattform sei so ein Partner gewesen. Fairplaid habe Fürste einfach per Facebook angeschrieben: „Ich kannte die Plattform vorher noch gar nicht“, sagt er.

Moritz Fürste ist Direktor Sportmarketing bei der Agenturgruppe thjnk und versucht neben den Fans auch andere Marketer in Hamburg mitzureißen: „Ich habe mich viel mit Raphael Brinkert (Managing Director und Gründer von Jung von Matt/Sports Anm. der Redaktion) ausgetauscht. In so einer Situation gibt es keine Wettbewerber und Konkurrenten – nur Mitspieler.“ Er wolle gemeinsam mit Partnern und dem Geld aus dem Crowdfunding „eine Hausnummer vorlegen“. Dann habe man gegenüber der Anschutz-Gruppe bessere Argumente, doch noch eine Saison übergangsweise im Boot zu bleiben. Die Deadline dafür ist am morgigen Dienstag, den 24. Mai um 14 Uhr. Wer also die Freezers unterstützen möchte, sollte noch schnell spenden.

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