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Die große Verarsche: Auf diese Website fallen selbst Onliner rein

Shrturl.co sieht aus wie ein Link-Verkürzer, ist aber eigentlich viel mehr

(Quelle

Wir haben uns einen kleinen Spaß erlaubt… (Quelle)


Die namhafte US-Venture-Capital Firma Andreessen Horowitz kauft für 266 Milliarden US-Dollar (!) den ebenso namhaften Accelerator Y Combinator? Axel Springer übernimmt für 1,75 Millionen Euro den Tech-Blog Stadt Bremerhaven? – Innerhalb der vergangenen Stunden kursierten einige skurrile Meldungen im Web. Hinter den vermeintlichen News steckt ein neuer Online-Dienst, dessen Traffic aktuell durch die Decke gehen dürfte.

Shrturl.co – eigentlich sieht die Web-Adresse wie von einem Service aus, mit dem man ellenlange Links verkürzen kann. Doch mit Shrturl können die Nutzer deutlich mehr anstellen: Wenn sie einen Link eingeben, erstellt der Dienst eine Kopie der jeweiligen Seite, die die Nutzer dann editieren können. Sowohl Text als auch Bilder können ausgetauscht werden. 48 Stunden bleiben die Meldungen online, dann werden sie automatisch gelöscht.

Mit Shrturl.co lassen sich auch gefälschte Meldungen von namhaften Nachrichtenportalen wie Spiegel Online erstellen. Dass die jeweilige Seite ein Hoax ist, können Besucher nur an einem kleinen Hinweise am Fuß der jeweiligen Seite und möglicherweise daran erkennen, dass nicht Spiegel.de sondern Shrturl.co in der Adresszeile steht.

Stefan Keuchel lässt sich reinlegen

Vielen fällt das offenbar nicht sofort auf. Wer auf Twitter nach der Meldung über Andreessen Horowitz und Y Combinator sucht, findet Hunderte von Tweets, die auf einen gefakten Techcrunch-Artikel verweisen. Innerhalb von 34 Stunden wurde die Meldung mehr als 40.000 Mal angeklickt. Eine Fake-Meldung, laut der ein vollkommen unbekannter brasilianischer Schauspieler kurzfristig Teil des Ensembles der Serie Game of Thrones werde, wurde sogar mehr als 100.000 Mal abgerufen. Auf der Facebook-Seite von Shrturl lässt sich nachverfolgen, welche Hoaxes derzeit erfolgreich sind. Auch deutschsprachige Hoaxes kursieren schon: Web-Promi Caschy, Betreiber des Blogs Stadt Bremerhaven, narrte mit seiner Falschmeldung zu einer Übernahme durch Axel Springer ebenfalls diverse User – darunter sogar den Internet-erfahrenen Ex-Google-Pressesprecher Stefan Keuchel (mittlerweile bei Mytaxi).

Ausgedacht hat sich Shrturl der niederländische Programmierer Alexander Griffioen. Wie ein Tweet von ihm zeigt, verzeichnet sein Dienst derzeit mehr als 1.000 Besucher gleichzeitig. Mehrere Presse-Artikel dürften Shrturl ebenfalls zu mehr Bekanntheit verholfen haben. So sah sich Techcrunch sogar dazu genötigt, mit einem eigenen Artikel klar zu stellen, dass Andreessen Horowitz nicht Y Combinator gekauft hat. Auch das Time Magazin und Griffioens Arbeitgeber The Next Web berichteten über Shrturl.

Direktor der Axel Springer Akademie reagiert mit Humor

Wir haben übrigens eine eigene Fake-Meldung ins Netz gestellt, und vermeldet, dass Axel Springer die Heftig-Gründer für die Journalistenausbildung an der Axel Springer Akademie verpflichtet hat. Akademie-Direktor Mark Thomas Spahl nahm die Sache bei Twitter mit Humor:

Davor ziehen wir den Hut und schicken viele Grüße nach Berlin!

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