Instagram ist längst mehr als eine private Fotoplattform: Das Bewerben von Produkten und Marken ist fest im Social-Media-Kosmos angekommen. Kein Wunder, denn Unternehmen wollen ihre Angebote genau dort schalten, wo sich ihre Kund:innen bereits aufhalten: direkt auf der Plattform. Mit dem Einrichten eines eigenen Instagram-Shops kann selbst der Kaufprozess in der App abgewickelt werden und das Shopping sowohl für Kund:innen, als auch für Unternehmen noch lukrativer abgebildet werden.

In diesem Artikel klären wir, was ein Instagram-Shop ist, welche Vorteile er bietet und worauf Ihr bei der Einrichtung achten solltet. Dafür geben wir Euch auch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung an die Hand und zeigen im Anschluss, wie Ihr die Produkte in Eurem Instagram-Shop effektiv bewerben könnt.

Was ist ein Instagram-Shop?

Mit einem Instagram-Shop können Nutzer:innen Produkte direkt über Beiträge und Stories auf Instagram kaufen. Instagram selbst bezeichnet den eigenen Shop als eine Art “Schaufenster” für Unternehmen. Als Unternehmen könnt Ihr mit einem hinterlegten Produktkatalog die eigenen Produkte einfach präsentieren, vermarkten und sogar über die Plattform verkaufen.

Auf Produktdetailseiten können alle wichtigen Informationen zu Euren Produkten, wie der Preis und die Beschreibung, hinterlegt werden. Außerdem erscheinen hier auch Bilder, in denen Eure Produkte auf Instagram bereits markiert wurden.

Funktionen, wie die thematischen Gruppierung von Produkten in “Collections” machen das Stöbern und Einkaufen für Nutzer:innen noch angenehmer. Unternehmen wiederum haben damit die Möglichkeit auf Trends, Neuheiten und saisonale Ereignisse zu reagieren, um relevant zu bleiben.

Damit auch der Bezahlvorgang so einfach wie möglich gestaltet wird, werden Eure Kund:innen von der Produktdetailseite nicht auf eine Webseite geschickt, sondern können direkt in Instagram den Kauf abschließen.

Welche Vorteile hat ein Instagram-Shop?

Mit einem Instagram-Shop lassen sich Produkte auf eine persönlichere Art präsentiert werden, als durch die reine Website-Vermarktung. Besonders der Aspekt des Storytellings, also das Erzählen einer Geschichte rund um die Produkte, machen diese greifbarer und interessanter für potentielle Kund:innen. Weitere Vorteile eines Instagram-Shops sind folgende:

  • Einbindung von Produktbildern aus der Community
  • Einfache Inszenierung der eigenen Produkte
  • Fokus auf relevante Informationen
  • Direkte Sichtbarkeit der Preise
  • Reduzierung der Reibungsverluste, da Kund:innen direkt in der Instagram-App die Produkte kaufen können
  • Erleichterung des Einkaufens für Kund:innen
  • Einzigartigkeit der Produkte kann schnell mit kreativen Inszenierungen hervorgehoben werden
  • Anlegung von Wunschlisten, sodass Kund:innen später direkt zu ihren Wunschprodukten zurückkehren können
  • Erreichung der Kund:innen im Privaten: Instagram als Freizeit-App leitet die Kund:innen direkt ins Online-Shopping über. Damit werden Sie dort erreicht, wo sie sich sowieso aufhalten und die Hemmschwelle zum Kauf sinkt, wenn die Nutzer:innen in der App bleiben können, in der sie sich gerade befinden.
  • Verlinkung von Influencer:innen auf den Shop bringen direkteren Traffic in der App

Welche Voraussetzungen gibt es, um einen Instagram-Shop einzurichten?

Der Instagram-Shop ist mit Facebook verknüpft. Möchtet Ihr als Unternehmen auf den E-Commerce-Plattformen von Facebook etwas verkaufen, müssen Euer Facebook-Konto, Eure Facebook-Seite bzw. Euer professionelles Instagram-Konto die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  1. Einhaltung der Facebook-Richtlinien: Darunter fallen die Facebook-Nutzungsbedingungen, die Bedingungen für die gewerbliche Nutzung und die Gemeinschaftsstandards, die akzeptiert und eingehalten werden müssen. Speziell für Instagram sind das die Instagram-Nutzungsbedingungen und die Gemeinschaftsrichtlinien von Instagram. Wird gegen diese Richtlinien verstoßen, reagiert Facebook mit der Sperrung der Zugänge zu den E-Commerce-Plattformen von Facebook und der Deaktivierung des betreffenden Kontos.
  2. Repräsentation Eures Unternehmens und Eurer Domain: In Eurem professionellen Instagram-Konto müssen Produktinserate für den direkten Kauf über Eure Website enthalten sein. Solltet Ihr Käufer von E-Commerce-Plattformen von Facebook auf eine Website in einem unterstützten Markt weiterleiten, verpflichtet Ihr Euch, Facebook die einzelne, nicht gekürzte Domain bereitzustellen, über die Ihr verkauft. Darüber hinaus muss Euer professionelles Instagram-Konto den Store oder die Website repräsentieren, der bzw. die mit der genannten Domain verknüpft ist. Um zu überprüfen, ob Ihr Eigentümer:in der Domain seid, kann Facebook Euch auffordern, ein Verfahren zu Domainverifizierung zu absolvieren.
  3. Das Unternehmen befindet sich in einem unterstützten Markt: Um die E-Commerce-Plattformen von Facebook nutzen zu können, muss sich Euer Instagram-Konto in einem der von ihnen unterstützten Märkte befinden. Welche das sind, könnt Ihr hier einsehen.
  4. Vertrauenswürdigkeit: Das Instagram-Konto muss vertrauenswürdig erscheinen. Diese Vertrauenswürdigkeit kann unter anderem durch eine authentische und etablierte Präsenz gelingen oder durch eine hohe Anzahl an Abonnent:innen.
  5. Bereitstellung von verlässliche Informationen und Befolgung von “Best Practices”: Bei den Produktinformationen muss darauf geachtet werden, dass diese keine irreführenden Preisangaben oder fehlerhafte Verfügbarkeitsinformationen enthalten. Auch die Rückerstattungs- und Rücksendungsrichtlinien müssen deutlich ausgeschrieben und einfach zugänglich gemacht werden. Damit soll der Schutz der Verbraucher:innen gewährleistet werden.

Wie viel kostet ein Instagram-Shop?

Das Einrichten und Verwalten eines Instagram-Shops ist kostenlos. Hierfür ist lediglich ein professioneller Instagram-Account und ein damit verknüpftes Facebook-Profil erforderlich.

Wie richtet man einen Instagram-Shop ein? Welche Schritte sind notwendig?

Schritt 1: Instagram-Business-Profil einrichten

Für diesen Schritt müssen die oben genannten Richtlinien von Instagram eingehalten werden. Um ein bestehendes Konto zu einem Business-Profil umzuwandeln, öffnet Ihr die Einstellungen von Instagram und wählt den Menüpunkt „Konten“ aus. In dem Bereich „Verknüpfte Konten“ könnt Ihr Euch mit Eurem Facebook-Konto anmelden und damit die Einrichtung des Business-Profils abschließen. Bei der Verknüpfung mit Eurem Unternehmensprofil bei Facebook solltet Ihr beachten, dass Ihr auch über die Adminrechte des Facebook-Accounts verfügen müsst.

Schritt 2: Business Manager-Konto einrichten

Um einen Shop im Commerce Manager einrichten zu können, müsst Ihr euch zurnächst auf business.facebook.com mit Eurer E-Mail Adresse für ein Business Manager Konto registrieren. Der Business Manager ermöglicht Euch die Verwaltung von Euren Werbekonten, Seiten und den Admins.

Schritt 3: Shop im Commerce Manager einrichten

  • Ruft die Seite “Deinen Shop erstellen” auf und klickt auf “Weiter”.
  • Zuerst wählt Ihr eine der drei Checkout-Methoden aus, um festzulegen, wie Eure Kund:innen den Kauf in Eurem Shop abschließen sollen.
  • Dann könnt Ihr angeben, auf welchen Verkaufskanälen der Shop vertrieben werden soll. Entweder wählt Ihr nur Instagram oder Facebook aus oder beide gemeinsam.

    Quelle: https://www.oberlo.de/blog/instagram-shopping-guide

  • Im nächsten Schritt verknüpft Ihr Euren bestehenden Produktkatalog oder erstellt einen neuen. Verkauft Ihr Eure Produkte bereits über Partner-Plattformen, könnt Ihr den hier hinterlegten Produktkatalog einfach importieren. Facebook hat eine Auflistung mit den Shops erstellt, die verknüpft werden können. Neben den gängigen Systemen wie Shopify und BigCommerce, zählen auch Plattformen wie WooCommerce, ChannelAdvisor und Magento Open Source zu den unterstützten Plattformen. Mehr Infos und weitere E-Commerce-Plattformen & Shopsysteme haben wir Euch bereits bei OMR Reviews vorgestellt. Wenn Ihr also eine der von Facebook aufgelisteten Plattformen für Euren Shop bereits nutzt, wählt Ihr die Option “Partner-Plattform synchronisieren” aus und folgt dem Link zur entsprechenden Website, um den Import abzuschließen. Falls Ihr noch keinen Katalog besitzt, wird Euch dieser Schritt nicht angezeigt. In diesem Fall erstellt Euch Facebook automatisch einen Katalog mit der Bezeichnung „Artikel für [Name und ID der Seite]“. Eure Artikel könnt Ihr dann später hinzufügen, wenn der Shop fertig eingerichtet ist.
  • Bevor Ihr die Anmeldung abschließt, habt Ihr noch einmal die Möglichkeit, Eure Shopdetails zu checken. Hier müsst Ihr auch die Verkäufervereinbarung durchlesen und akzeptieren.
  • Im letzten Schritt reicht Ihr Euren Shop zur Überprüfung in der Instagram-App ein. Das funktioniert folgendermaßen:
  1. Öffnet das Instagram-Menü über die drei Striche am rechten Rand.
  2. Wählt die Einstellungen aus.
  3. Klick auf “Instagram Shopping einrichten”
  4. Wählt den Punkt “Unternehmen” aus
  5. Klickt auf “Los geht’s”
  6. Verifiziert Euren Produktkatalog, indem Ihr Eure Facebook-Seite und Euren Produktkatalog verknüpf
  7. Bestätigt Eure Webseite-Domain
  8. Reicht Eure Anfrage zur Überprüfung ein
  9. Schließt die Anmeldung mit “fertig” ab
  10. Wartet, bis die Shop-Überprüfung abgeschlossen ist (das kann bis zu 7 Tagen dauern)

Was passiert, wenn der Instagram-Shop abgelehnt wurde?

Leider passiert das Ablehnen von Shop-Anfragen immer öfter, da Instagram die Restriktionen für die Shopping-Funktion stark erhöht hat.

Wichtig ist, dass Ihr noch einmal prüft, dass Ihr keine der folgenden Fehler in Eurem Feed oder der Beschreibung der Produkte auftauchen, denn diese sind können für Instagram automatisch zur Ablehnung Eurer Anfragen führen.

  1. Technische Fehler im Produkt-Feed: Achtet darauf, dass Ihr alle geforderten Angaben wie Titel, Beschreibung, Verfügbarkeit, Zustand, Preis, ID und Link zum Kaufabschluss korrekt und vollständig angegeben habt.
  2. Verbotene Inhalte oder Produkte: Produkte oder Themen wie Alkohol, Waffen, Drogen, Betäubungsmittel oder Medikamente werden per se nicht freigeschaltet. Was erlaubt ist und was nicht ist in der Facebook Policy nachlesbar.
  3. Falsche Kategorie gewählt: Bei der Kategorie ist Instagram sehr wählerisch. Ein “Persönlicher Blog” wird in den seltensten Fällen als Shop freigeschaltet. Am besten wählt Ihr direkt die übergeordnete Kategorie “Produkt/ Dienstleistungen” aus. Aber Vorsicht: Besonders bei digitalen Produkten oder Dienstleistungen wie Onlinekurse oder Coachings sinken die Chancen für eine Freischaltung. Instagram möchte für seine Shop-Funktion hauptsächlich haptische Produkte vermarkten.
  4. Überwiegend persönliche Fotos im Feed: Auf Eurem Profil sollte direkt ersichtlich sein, dass es sich um den Verkauf von Produkten handelt. Am Besten befolgt Ihr die Regel, dass auf 80% der Bilder Euer Produkt, bzw. Eure Produkte zu sehen sind.
  5. Logo vergessen: Ein Logo ist nicht nur für Euren Wiedererkennungswert, sondern auch für Eure professionelle Wahrnehmung essentiell. Auch Instagram nimmt dieses Kriterium bei der Shop-Genehmigung ernst.

Wie kann man über den Instagram-Shop verkaufen?

Die Basis für einen erfolgreichen Verkauf über Euren Shop sind zunächst vollständige Produktbeschreibungen und aussagekräftige Bilder. Wenn Ihr bei diesen Themen Unterstützung braucht, empfehlen wir Euch unsere Artikel “Produktbeschreibungen erstellen” und “Produktfotos für Onlineshops”. Dort erfahrt Ihr, worauf es bei der textlichen und grafischen Ausgestaltung Eures Shops wirklich ankommt und wie Ihr die besten Erfolge erzielen könnt.

Habt Ihr diese beiden wichtigen Grundbausteine gelegt, könnt Ihr jetzt mit der Bewerbung Eurer Produkte über verschiedene Content-Formate beginnen.

Produkt-Post: Im klassischen Beitrag lassen sich bis zu 5 Produkte aus Eurem Produktkatalog markieren. Wählt dazu ein Bild aus, das Ihr hochladen möchtet und klickt im letzten Bearbeitungsschritt “Produkte markieren” an. Nun könnt Ihr die gewünschten Artikel in Eurem Foto anklicken und die passenden Produkte aus Eurem Katalog auswählen. Achtet darauf, dass Ihr die Markierungen so exakt wie möglich platziert, damit für die Nutzer:innen keine Verwirrung bei mehreren Produktstickern entsteht.

Ladet Ihr mehrere Bilder in einem Beitrag hoch, erstellt also einen “Karussell-Post”, erlaubt Instagram bis zu 20 Markierungen in diesem Beitrag. Auf diese Weise kann eine einzige Produktkollektion in einem Beitrag vermarktet werden. Diese Funktion lohnt sich gerade bei Beauty- und Fashionunternehmen mit einem breiten Produktportfolio.

Produkt-Video: Ihr könnt Eure Produkte auch in Videos markieren. Diese sind eine sehr gute Abwechslung zu Produktfotos und können nochmal einen neuen Fokus auf Euer Portfolio bringen. In Videos habt Ihr die Möglichkeit die Anwendung Eurer Produkte zu zeigen und könnt diese in filmischen Sequenzen in Szene setzen. Gerade durch die wachsende Bedeutung von Bewegtbildern auf Instagram kann die Kombination aus Fotos und Videos Euren Instagram-Shop auf ein nächstes Level bringen.

Stories mit Produk-/ Shop-Link: Wenn Ihr eine Story hochladen möchtet, könnt Ihr in dieser direkt einen Sticker mit einem Link zu einem gezeigten Produkt oder Eurem Shop einfügen. Dazu klickt Ihr auf die Sticker-Einstellungen und wählt das Shopping-Symbol mit der Einkaufstasche aus. Im nächsten Schritt habt Ihr die Möglichkeit entweder ein Produkt aus Eurem Produktkatalog auszuwählen oder direkt euren Instagram-Shop zu verlinken. Ganz neu ist auch das Einfügen eines externen Links, bei dem Ihr beispielsweise die Web-Adresse Eures eigenen Online-Shops eingeben könnt.

Im Gegensatz zu Beiträgen, bei denen bis zu 20 Markierungen möglich sind, könnt Ihr in einer Story lediglich ein Produkt verlinken.

Instagram-Shopping-Ads: Eine direkte Bewerbung von Instagram-Shops sowie die Integration von Shopping-Stickern in Werbeanzeigen ist derzeit leider noch nicht möglich. Es gibt jedoch einen kleinen Umweg, mit dem Ihr dennoch auf Euren Shop aufmerksam machen könnt: Mit der normalen Bewerbung Eurer Beiträge und Stories. Verweist dazu in Euren Ads auf Euren Shop und fordert die Betrachter:innen dazu auf, genauere Infos über Eure Produkte im Shop nachzulesen oder dort nach Neuigkeiten Ausschau zu halten. Auf diese Weise könnt ihr mehr Publikum erreichen, als nur Eure Follower:innen und lenkt deren Aufmerksamkeit auf Euren Shop auf Euren Shop um.

Ihr seht: Mit dem Einrichten eines Instagram-Shops habt Ihr eine Vielzahl an Möglichkeiten, Eure Produkte kreativ in Szene zu setzen und könnt damit nicht nur Eure bestehende Community zum Kauf animieren, sondern auch leicht neue Zielgruppen erreichen.

Bei weiteren Fragen rund um das Thema “Webshop” empfehlen wir Euch unsere Artikel “In 5 Schritten einen eigenen Onlineshop erstellen” und “Die 7 besten Shopsysteme & Webshop Softwares” auf OMR Reviews.

Über unsere Gastautorin
Isabelle Günther betreibt seit 2018 ihren Instagram-Account „@isa_goes_green“, mit dem Ziel andere zu einem nachhaltigeren Leben zu inspirieren. Ihr einstiges Hobby ist nach einem Jahr zum Nebenjob geworden und hat ihr auch die Türen zu ihrem jetzigen Job als Social Media Managerin bei Crafting Future geöffnet. Nun engagiert sie sich nicht nur privat, sondern auch in ihrem Berufsalltag für eine nachhaltigere Zukunft.