Subdomain SEO

Bei der Planung einer neuen Website, einer Migration oder bei einem Redesign gibt es viel zu bedenken. Ein wesentlicher Punkt ist, wie Ihr die Website zukünftig strukturiert. Denn die Website-Struktur hat erhebliche Auswirkungen auf das SEO-Ranking. Schnell kommt die Frage auf: Was ist besser für SEO, Subdomains oder Verzeichnisse? Genau diese Frage beschäftigt SEOs seit vielen Jahren. 

In diesem Artikel schauen wir uns an, was der Unterschied von Verzeichnissen und Subdomains bezüglich SEO ist, welche Herausforderungen beide Möglichkeiten mit sich bringen und welche Option die richtige für Euch ist.

Subdomains vs. Unterverzeichnisse: Was ist besser für SEO? 

Eine Subdomain ist ein Teilbereich der Hauptdomain. Euer Blog, Webshop oder Support-Bereich könnte zum Beispiel eine Subdomain sein, um die Inhalte vom Rest Eurer Website zu trennen. Das könnte dann so aussehen: https://support.omr.com/

Ein Unterverzeichnis befindet sich unter der Hauptdomain und enthält thematisch zusammenhängende Inhalte, z. B. wie hier: https://omr.com/de/reviews. Unterverzeichnisse, auch Unterordner genannt, haben damit keine unabhängige Web-Adresse. Der Zugriff erfolgt über einen Ordner auf Eurer Haupt-Website. 

Sowohl mithilfe von Subdomains als auch von Unterverzeichnissen könnt Ihr die URL-Hierarchie Eurer Website strukturieren. 

Subdomain und Unterverzeichnisse könnt Ihr außerdem miteinander kombinieren. Um das zu verdeutlichen, schauen wir uns eine Beispiel-URL an:

Beispiellink für Kombination aus Subdomain und Unterverzeichnis: https://support.omr.com/article/39-was-ist-omr

Beispiel für die Kombination aus Subdomain und Unterverzeichnis

Je klarer Eure Inhaltsstruktur und die Beziehungen zwischen den einzelnen Seiten sind, desto einfacher ist es für Suchmaschinen, Eure Website zu indexieren. Das hat direkte Auswirkungen auf das Ranking Eurer Website bei einer Suchanfrage. Eine gute Website-Struktur bietet zudem mehr Möglichkeiten zur internen Verlinkung, was Euer Ranking ebenfalls positiv beeinflusst. 

Die Bedeutung von Subdomains für Euer SEO

Subdomains werden von Suchmaschinen als separate Websites betrachtet. Das heißt, dass Ihr mit jeder Subdomain einzeln in den Suchergebnissen auftauchen könnt. Dafür müsst Ihr sie in der Google Search Console eintragen. 

Subdomains können hilfreich sein, um Keyword-Kannibalismus zwischen Eurer Hauptdomain und Eurem Blog oder einer anderen contentlastigen Seite auf Eurer Website zu vermeiden. Habt Ihr mehrere Subdomains, werden diese von Google als ein Ganzes betrachtet, obwohl sie weiterhin als separate Websites behandelt werden – mit eigenen Inhalten, eigenem Design und eigenem Branding. Google erkennt Gemeinsamkeiten zwischen den Subdomains, wie z. B. den gleichen Domain-Namen.

So wirken sich Unterverzeichnisse auf Euer SEO aus

Unterverzeichnisse zeigen Suchmaschinen deutlich, dass sie Teil einer größeren Website sind. Dadurch wird das Crawling vereinfacht. Durch die Nutzung von Unterverzeichnissen bündelt Ihr Eure Keywords und die Link Equity auf einer einzigen Domain. Das zahlt wiederum auf Eure Domain-Autorität ein. 

Die Aufgliederung Eures Contents in Unterverzeichnisse kann das Gesamtranking und damit den Traffic auf Eure Website steigern, statt ihn auf Eure Subdomains aufzuteilen. Das gilt vor allem für Blogs. 

Nutzt Ihr Subdomains, teilt Ihr Keywords und Link Equity auf, was Eure Domain-Autorität schwächen kann. Dann müsst Ihr mehr Arbeit in jede Subdomain stecken, um ein gutes Ranking zu erreichen.

Was sagt Google zu Subdomain vs. Verzeichnis? 

Eine Frage, die alle SEOs umtreibt, ist: Was ist besser für SEO, Subdomain oder Unterverzeichnis? Dazu sagt John Müller, Webmaster Trends Analyst bei Google, in diesem YouTube-Video Folgendes:

„Google Web Search is fine with using either subdomains or subdirectories (…) So in short, use what works best for your setup and think about your longer-term plans when picking one or the other.”

Diese Antwort auf die Frage, ob Subdomains oder Unterverzeichnisse besser für SEO sind, ist also ein klares “Eigentlich ist es egal”. Allerdings kommt es auch drauf an, was für Euch einfacher einzurichten ist und was Eure Pläne sind.

Zu Subdomains sagt John Müller aber auch: „We do have to learn how to crawl them separately, but for the most part, that’s just a formality for the first few days.“ 

Diese Aussage in Kombination mit Case Studies zu Subdomain vs. Unterverzeichnis facht die Debatte, die bereits seit Jahren geführt wird, immer wieder an.

SEO-Debatte zu Subdomain vs. Verzeichnis 

Welche Website-Struktur ist besser für SEO? Bei dieser Debatte gibt es zwei Lager: Die einen sind der Ansicht, dass Google Subdomains als separate Einheiten behandelt. Das bedeutet, dass eine Subdomain ein eigenes Ranking hat, unabhängig von der Hauptdomain. Die anderen deuten John Müllers Aussage so, dass Subdomains und Unterordner für Google im Grunde identisch sind. Für Google sei es beinahe unerheblich, ob Ihr Euch für Subdomains oder Unterverzeichnisse entscheidet.

Florian Elbers via Twitter

Und wie verhält es sich wirklich? Die Twitter-Community scheint das Thema besonders heiß zu diskutieren.

Termfrequenz via Twitter

Aleyda via Twitter

FayeWatt via Twitter

Obwohl viele Erfahrungen darauf hindeuten, dass Unterordner anstelle von Subdomains für SEO die bessere Wahl sind, gibt es bei der Umsetzung einige Herausforderungen. Außerdem solltet Ihr beachten, dass sich die Wechsel von Subdomain auf Verzeichnis häufig auf Blogs beziehen. Qualitativ hochwertiger und thematisch passender Inhalt mit guten Verlinkungen führt in diesen Fällen zum drastischen Anstieg des Traffics. 

Herausforderungen mit Unterordnern 

Keyword-Kannibalismus

Keyword-Kannibalismus kann auftreten, wenn Ihr auf mehreren Unterseiten Eurer Domain auf dasselbe Keyword rankt. Jede URL sollte exklusiv für ein bestimmtes Keyword ranken. Stellt sicher, dass Ihr eine gute Übersicht über Eure Unterordner und deren Keywords habt. 

Mehrere Marken unter einer Dachmarke trennen

Habt Ihr verschiedene Angebote mit mehreren Marken und unterschiedlichen Inhalten, können Unterverzeichnisse als einzige Trennung verwirrend sein. Eine sehr genaue Planung der Website-Architektur mit Fokus auf Benutzerfreundlichkeit ist hier zwingend erforderlich.

Unterschiedliche Anforderungen

Für einen Onlineshop benötigt es eine andere SEO-Strategie als für einen Blog. Läuft alles auf einer Hauptdomain nur getrennt durch Unterordner, kann das Schwierigkeiten bereiten. Ein Onlineshop hat technisch gesehen zudem Besonderheiten, die sich je nach Content-Management-System (CMS) nicht auf Eurer Website integrieren lassen. 

Duplicate Content

Ihr müsst sicherstellen, dass der Inhalt in jedem Unterordner auf Eurer Website einzigartig ist. Sonst kann es zu Ranking-Verlusten durch Duplicate Content kommen. Bei mehreren Sprach- und Länderversionen ist es hinsichtlich SEO ratsam, Subdomains oder mehrere Top-Level-Domains zu nutzen.

Fazit: Was ist besser?

Welche URL-Struktur besser für Euch ist, hängt davon ab, welche Inhalte oder Dienstleistungen Ihr auf Eurer Website anbieten möchtet und wie umfangreich die Website ist. Unternehmen, die in ausländische Märkte expandieren, sollten sich für Subdomains entscheiden. So lassen sich Keywords in der Landessprache für jeden Markt separat wählen und eine bessere Platzierung in den Suchergebnissen kann leichter erreicht werden. 

Habt Ihr unterschiedliche Zielgruppen und für diese verschiedene Produkte, kann es ebenfalls sinnvoll sein, Subdomains zu erstellen. Für kleine Unternehmen ist das aber meist nicht erforderlich. 

Hier eine kurze Zusammenfassung der Vor- und Nachteile von Subdomains und Unterverzeichnissen:

Vorteile von Subdomains:

  • hilfreich für die Strukturierung bei sehr großen Websites 
  • vorteilhaft für das Branding bei mehreren Marken
  • können für eine Test-Website verwendet werden
  • Trennung verschiedener Inhalte

Nachteile von Subdomains:

  • kann schwierig sein, mit ihnen hoch zu ranken
  • höherer Verwaltungsaufwand
  • werden als separate Website betrachtet, unterstützen keine Link Equity

Vorteile von Unterverzeichnissen:

  • verbinden alle Inhalte auf einer gemeinsamen Website
  • Link Equity wird an die Hauptdomain weitergegeben
  • kann den Website-Traffic und die Keyword-Rankings verbessern

Nachteile von Unterverzeichnissen:

  • erfordern bei großen Websites ein hohes Maß an strategischer und inhaltlicher Planung
  • klare Trennung von Marken und Zielgruppen ist erschwert

Eine pauschale Antwort auf die Frage, ob Subdomains oder Unterverzeichnisse besser für SEO sind, gibt es also nicht. Das hängt ganz von Eurer Strategie und Euren Zielen ab. In den meisten Fällen sind Unterverzeichnisse aber die bessere Wahl, um organisch zu wachsen, das Ranking und damit die Sichtbarkeit zu verbessern.

Eine Hauptdomain stärkt durch die Bündelung Eure Link-Autorität und scheint für Google leichter zu indexieren zu sein. Der Verwaltungsaufwand ist für Euch mit nur einer Domain außerdem geringer. Neben der Frage, was für SEO besser ist, solltet Ihr Euch vor allem fragen, was besser für die Benutzer*innen Eurer Website ist. Das findet auch Danny Sullivan, Googles Ansprechpartner für die Google-Suche:

Dannysullivan via Twitter