Viele Unternehmen geben viel Geld aus für ein Design, das sofort mit der Brand in Verbindung gebracht wird. Das funktioniert nur nicht, wenn verschiedenste Abteilungen bei der Suche nach den richtigen Vorlagen und Assets verzweifeln und der Look an verschiedensten Stellen nicht einheitlich ist. Die Lösung für das Problem ist ein Digital Design System. Wir zeigen, warum das auch für Eure Marke wichtig ist und wie zum Beispiel Bosch so eine Lösung erfolgreich einsetzt.

„Ein Designsystem ist nicht nur die Grundlage für ein einheitliches Design, sondern auch für Zusammenarbeit. Es fördert die Partnerschaft und das Verständnis zwischen Design, Wirtschaft und Entwicklung“, sagt Thorsten Jankowski, User Experience Lead Group IT bei der Volkswagen AG. Und damit beschreibt er ganz gut, dass ein Digital Design System nicht nur eine zentrale Bibliothek Eurer Designvorlagen ist. Es ist am Ende ein digitales Produkt, mit dem verschiedenste Abteilungen in enger Zusammenarbeit alle wiederverwendbaren Komponenten und Standards anwenden können. Das können Code, Typografie, Bilder, Farben sein – alles, was Eure Marke ausmacht. Gleichzeitig gibt das Digital Design System vor, wie und wo die einzelnen Bestandteile angewendet werden können – denkt an Newsletter, Webseiten, Software.

Gute Gründe für ein Digital Design System

Für den Einsatz eines Digital Design Systems gibt es gleich mehrere Gründe. Der offensichtlichste: Es schafft Konsistenz an jedem Berührungspunkt und kreiert eine Wissensdatenbank für Euer gesamtes Team. Alle Beteiligten werden in den Gestaltungsprozess einbezogen und können Verantwortung in ihrem Bereich übernehmen, ohne ständig nach den richtigen Assets zu fragen oder immer auf das Design- oder Marketing-Team zu hoffen. Ein weiterer Grund ist die erhöhte Effizienz. Unternehmen sehen einen ROI von 367 Prozent, wenn sie ein Design System zur Stärkung der eigenen Marke nutzen. Weil die Herangehensweise die Angebotsqualität verbessert und Fehlerquellen reduziert. Und auch die Arbeit der Teams wird effizienter, weil diese keine Zeit mit der Suche nach der richtigen Schriftart oder passenden Bildern verschwenden.

Der nächste Faktor ist Kreativität. Wenn die grundlegenden Detailfragen in Sachen Design klar sind, steht kreativen Ideen nichts im Weg. Der digitale Werkzeugkasten bietet gleichzeitig ein Sicherheitsnetz. Hier sind alle Versionen der Assets sicher gespeichert und Ihr könnt Euch einfach an neuen Varianten ausprobieren. All diese Vorteile führen dazu, dass Euer Unternehmen an Wert gewinnt. Arbeitszeiten von Designer:innen, Programmierer:innen und Produkt-Verantwortlichen werden frei. Ihr vermindert Komplexität auf allen Ebenen und alle Teams erreichen ihre Ziele schneller. Der letzte große Vorteil durch Digital Design Systeme: Ihr schafft auch außerhalb Eures Unternehmens neue Möglichkeiten. Auch mit externen Beteiligten – wie zum Beispiel Agenturen – könnt Ihr durch das Tool einfacher zusammenarbeiten. Briefings für Externe gehen durch die klaren Regeln im Design System leichter von der Hand und es braucht weniger Korrekturschleifen bei den Designs.

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Wie Bosch von den Vorteilen profitiert

Eine große Marke, die all diese Vorteile erkannt hat und mittlerweile ein Digital Design System etabliert hat, ist Bosch. Das Unternehmen beschäftigt 400.000 Mitarbeitende in 60 Ländern an insgesamt 400 Standorten. Für die reibungslose Zusammenarbeit der Teams brauchte es da zwingend das richtige Tool. „Die Verwendung von einem stringenten Marken-Design ist super wichtig. Dafür braucht es ein Design System aus Basiselementen wie Logos, Farben, Grafiken, Schriften und Bildern“, sagt Eva Sandner, Teamleiterin User Experience Design & UX Owner bei Bosch Healthcare Solutions, in der OMR Masterclass „Digital Design System 2.0: Wie Bosch eine einheitliche Brand- und User Experience schafft“. Deshalb hat Bosch mit Hilfe der Digital-Agentur PIA UDG mit der Software von Frontify ein Digital Design System entwickelt.

„Das ist die digitale Extension vom Bosch Brand Guide und umfasst alles, was digital ist“, sagt Saskia Marquart, Product Owner User Interface bei Bosch.IO, in der OMR Masterclass. „Was ist drin? Style Guides, Templates, Libraries und wichtige Elemente für digitale Touchpoints“, fügt Jörg Heidrich, Executive Director UX bei PIA UDG, hinzu. Das Design System erleichtere bei dem riesigen Konzern vor allem die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen. „Der Designer kann digitale Produkte gestalten und diese direkt an den Entwickler geben. Der muss sich nicht überlegen, welche Maße der Button hat, sondern kann das Produkt direkt entwickeln“, so Marquart. „Wir versuchen immer, Frontify als ‚Single Source of Truth‘ zu behalten, um eine konsistente Brand Experience für alle Beteiligten zu liefern.“

So funktioniert die Umsetzung im Konzern

Die Einführung des Design Systems habe sich bei Bosch nicht von der Einführung anderer wichtiger Tools unterschieden. „Wir haben Marketing Manager, Produkt-Team, Designer, Developer und Agenturen, die mit den ganzen Assets arbeiten sollen. Daher war es wichtig, das Digital Design System als eigenes Produkt zu sehen“, sagt Jörg Heidrich von PIA UDG. „Wir haben hier die gleichen Herausforderungen, die man von anderer Software kennt.“ Das Team arbeite also ständig an der Weiterentwicklung des Systems und bessere Fehler aus.

Bei der Einführung des Tools hätten Bosch und UDG in drei Schritten gedacht: „Wir haben die zentralen Herausforderungen in verschiedene Blöcke zusammengefasst: Lizenzierung und Accessibility, Technology und Tools, sowie Nutzergruppen und Touchpoints“, erklärt Saskia Marquart. Ersteres werde von vielen Unternehmen noch unterschätzt. „Man kann nicht einfach irgendeine Schrift verwenden, weil Lizenzen beachtet werden müssen“, sagt Eva Sandner. Deshalb stellt das Team im System die Bosch-Hausschrift zur Verfügung. Und auch in Sachen Accessibility helfe der eingeführte digitale Werkzeugkasten. Für digitale Designs habe das Team zum Beispiel die Farben angepasst, damit Grafiken etwa für Farbenblinde besser lesbar werden.

Technologie und Nutzende zusammenbringen

Im Bereich Technologie geht es vor allem um das zugrundeliegende Tool Frontify. Das stellt das Grundgerüst und liefert alle technischen Voraussetzungen, um individuelle Digital Design Systeme zu bauen. Zentral sei auf technischer Ebene das integrierte Digital Asset Management . „Hier können wir allen Mitarbeitenden Templates, Illustrationen und Icons zur Verfügung stellen“, sagt Saskia Marquart in der OMR Masterclass. „Und unter Updates finden die Mitarbeitenden alle Neuigkeiten zum Tool und den Inhalten.“ Ganz wichtig sei aber auch die Integration mit anderen Tools wie Figma, Sketch oder im Falle von Bosch Power Point. 55 Millionen Power-Point-Slides erstelle das Bosch-Team jedes Jahr. Genau deshalb sei es so wichtig, hier ohne große Umwege die richtigen Design-Elemente, Schriften und Grafiken zur Verfügung zu stellen. „Wir haben in Power Point das sogenannte Design Kit integriert. Das ist direkt an Frontify und unser Digital Design System angebunden. Und das zieht eine zentrale Content Library mit allen Icons und Illustrationen“, erklärt Marquart.

Der letzte Schritt für die erfolgreiche Einführung des Design Systems bei Bosch waren die Nutzergruppen und Touchpoints. „Es ist einfach eine Challenge mit so vielen Nutzergruppen eine einheitliche Brand- und User-Experience zu schaffen“, sagt Eva Sandner in der Masterclass. In verschiedenen Style Guides zeigt Bosch in seinem Design System Anwendungsfälle für die verschiedenen Nutzergruppen. Wenn es etwa um die Gestaltung einer Homepage geht, werden Designer:innen und Entwickler:innen mit Anleitungen genauso abgeholt wie Mitarbeitende aus anderen Bereichen. „Wir befüllen die Guides mit Realcontent, damit alle verstehen, wie zum Beispiel eine Webseite in Zukunft gedacht ist“, sagt Jörg Heidrich. Denn eines ist klar: Wenn Ihr bei der Einführung eines Digital Design Systems nicht alle Kolleg:innen mitnehmt, landet auf der nächsten Webseite oder in der nächsten App doch wieder die falsche Schriftart.

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