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Diese Seite bezahlt Leute dafür, dass sie Schrott-Artikel posten

Blasting News ist die 121-größte Webseite der Welt – auch dank Facebook-Gruppen

Blasting News
Über 94 Millionen Besucher pro Monat, die 121-größte Webseite der Welt und über 2.000 Freelance-Schreiber. Das sind die beeindruckenden Statistiken von Blasting News. Die weltweit operierende Publishing-Plattform erreicht ohne eigene Redaktion oder Social-Media-Aktivitäten riesige Reichweiten. Die Artikel sind oft schlecht geschrieben, tendenziös oder einfach fieses Clickbaiting. Wir zeigen, wie Blasting News funktioniert und wie das Unternehmen einen Umsatz von zehn Millionen US-Dollar erreicht hat.

„Blasting News ist kein Publisher, es ist ein Marktplatz“, sagt Gründer Andrea Manfredi auf der Noah-Konferenz in London im Dezember 2016. 2013 gründet er die Plattform als Crowdsourcing-Projekt. Die Idee: Tausende Freelance-Journalisten schreiben Artikel und sorgen über die eigenen Social-Kanäle auch gleich für die Reichweite. Bezahlt werden die Schreiber nicht nach Zeichenzahl sondern nach der Anzahl an Visits auf dem Artikel innerhalb der ersten 30 Tage nach dem Erscheinen.

Crowdsource-News mit allen Vor- und Nachteilen

Das Prinzip scheint zu funktionieren: Heute schreiben nach Unternehmensangaben über 2.500 sogenannte Blaster mindestens einen Artikel pro Monat für Blasting News. Daraus entsteht ein riesiger Output von monatlich über 23.000 neuen Artikeln auf der Plattform. Für zusätzliche Reichweite sorgen über 1.000 „Social Blaster“, Micro-Influencer, die eine relativ große Social-Media-Reichweite haben und ebenfalls pro Tausend Visits bezahlt werden. Diese pushen jeweils die stärksten Artikel des Tages. Social Blaster müssen sich registrieren und werden laut Gründer Manfredi vor der Freischaltung genau geprüft: „Es ist kein offenes Programm, das wollen wir nicht, weil wir die Leute nicht mit Spam belästigen möchten“, sagt Manfredi gegenüber Digiday.

Für Schreiberlinge, die sich mit Blasting News etwas Geld dazu verdienen wollen, hält das Unternehmen ein 16-seitiges Guideline-PDF mit Regeln bereit. Man wolle „Blastern auf der ganzen Welt eine internationale Plattform bieten, auf der diese die Möglichkeit haben, ihre Meinung in einem professionellen Online-Magazin darzustellen.“ Und da sind wir auch schon beim Problem: Zwar steht in den Guidelines, dass Copy und Paste verboten ist und ein Algorithmus und eine Redaktion die eingereichten Artikel überprüfen. Das bedeutet aber nicht, dass die Artikel oder die Themenauswahl auf der deutschen Blasting-News-Seite ausgewogen daher kommen.

Blasting News Webseite

Deutsche Blasting-News-Webseite auf Artikelebene.

Weil die Blaster auf Klicks angewiesen sind, schreiben viele eben über Themen, die besonders in den sozialen Netzwerken heiß diskutiert werden. Im Politik-Teil geht es derzeit vor allem um Erdogan, Flüchtlinge und das AfD-Wahlprogramm. Einzelne Fälle von Flüchtlingskriminalität werden rausgegriffen und mit eindeutiger Tendenz kommentiert – meist mit einer marktschreierischen Überschrift versehen. Für Leser ist es hingegen schwer zu erkennen, dass die Artikel von Hobby-Autoren ohne weitere redaktionelle Unterstützung geschrieben wurden.

Der Rest der Inhalte dreht sich um Lifestyle-Geschichten wie TV-Serien, US-Stars oder um Sport. Teilweise verspricht Blasting News Bonus-Zahlungen für aktuell aufmerksamkeitsstarke Themen wie „Der Bachelor“ oder „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“. Wenn man durch die deutsche Blasting-News-Ausgabe scrollt, fällt auf, dass einzelne Blaster einen riesigen Output haben und überproportional häufig als Autoren auftauchen – Blasting News selbst empfiehlt, einen Artikel pro Tag zu verfassen. Die gewünschte Vielfalt, die sich Gründer Manfredi für das Projekt erhofft, ist zumindest in Deutschland so noch nicht gegeben. Nach Aussage des Gründers werden aber auch weltweit 5.000 Artikel pro Monat abgelehnt – das 55-köpfige Kernteam und rund 200 sogenannte Senior Editors würden gegen Fake News und Clickbait kämpfen. Und in den Guidelines ist zumindest festgeschrieben, dass vertrauenswürdige Quellen angegeben werden müssen.

Bis zu 500 Euro pro Artikel

Blasting News lockt die Freizeit-Journalisten mit ansehnlicher Bezahlung von bis zu 500 Euro pro Artikel – und dabei spielt es ja keine Rolle, wie lang (und gut recherchiert) dieser ist. In Deutschland gibt es nach Unternehmensangaben in den meisten Themengebieten acht Euro pro 1.000 Besucher aus Social-Media-Quellen und sechs Euro aus anderen Quellen in den ersten 30 Tagen nach Veröffentlichung. Beiträge aus den Ressorts Entertainment und Sport bringen zwölf Euro (Social) bzw. acht Euro (andere Quellen) pro 1.000 Besucher auf dem Artikel. Eine Auszahlung ist ab 150 Besuchern möglich (was bei einem Sport-Beitrag zwischen 1,20 und 1,80 Euro bedeutet). Die Blaster müssen also, um wirklich Geld zu verdienen, richtig für ihre Artikel trommeln – oder eine große Menge schreiben.

Ein ähnliches Auszahlungs-Modell hat Blasting News für die Social Blaster erdacht. Die verdienen in Deutschland 6,40 Euro pro 1.000 Besucher für die meisten Ressorts und 9,60 Euro für Entertainment und Sport. Mittels Tracking-URLs misst das Unternehmen, welche Besucher über die Social Blaster auf dem Artikel landen und zahlt dementsprechend für diese Nutzer nur an die Social Blaster. Ihnen wird eine Maximal-Vergütung von 150 Euro pro Artikel in Aussicht gestellt.

Social Blaster Blasting News

Vergütungsraten für Social Blaster in Deutschland.

Facebook-Gruppen als Growth-Hebel

Aber wie ziehen erfolgreiche Blaster Nutzer auf ihre Artikel? Zumindest kommen über die Homepage von Blasting News die wenigsten Leser. Laut dem Analyse-Tool Similar Web rufen nur knapp über drei Prozent aller Nutzer die Seite direkt auf, aber 60 Prozent landen über Social-Media-Kanäle und 33 Prozent über Search auf Blasting News. Das bedeutet, dass weltweit pro Monat mehr als 56 Millionen Besucher über Social kommen müssen. Blasting News Facebook-Seite selbst kommt nur auf knapp über 50.000 Fans. Deshalb hält Blasting News die Schreiber selbst dazu an, SEO-Methoden zu verwenden und Artikel über Facebook zu teilen. Eigens dafür gibt es die sogenannte „Blasting Academy“. Hier finden Blaster Tipps und Tricks, um mehr Besucher auf ihre Artikel zu locken.

Neben SEO stehen dabei Facebook-Gruppen im Vordergrund. Wer eine eigene Gruppe betreibt oder Mitglied ist, kann thematisch passende Beiträge dort teilen und sich sicher sein, dass einige Mitglieder auch klicken. In einem von Blasting News selbst durchgeführten Promo-Interview erzählt einer der erfolgreichsten Blaster, dass er seine Beiträge in etwa 30 Gruppen teilt, die zwischen wenigen Tausend und über 100.000 Mitglieder haben. Er schreibe vor allem über erfolgreiche Filmreihen wie Harry Potter und Star Wars und habe relativ einfach große Facebook-Gruppen mit engagierten Mitgliedern gefunden. Ein ähnliches Prinzip nutzen auch T-Shirt-Designer, um ihre Shirts an die richtige Zielgruppe zu bringen.

Laut Digiday sind die meisten Influencer, die das Unternehmen in letzter Zeit akquiriert hat, selbst Betreiber von Facebook-Gruppen. So gewinnt Blasting News durch seine Social Blaster eine Menge Klicks und die Gruppen-Betreiber können ihre Reichweite monetarisieren. Gleichzeitig sind Gruppen weniger von Algorithmus-Anpassungen auf Seiten von Facebook abhängig als Unternehmens- oder Publisher-Seiten. Das System scheint besonders in Brasilien aufzugehen. Dort ist Blasting News die zweitgrößte News-Seite des Landes. Was Blasting News offenbar auch immer wieder hilft, seine Reichweite zu steigern, sind sogenannte „Social Days“. Zuletzt vor vier Tagen zahlt das Unternehmen teilweise über 20 Euro pro 1.000 Besucher und bringt so die Blaster dazu, noch einmal mehr Traffic zu erzeugen.

Monetarisierung auf der Webseite

Wer CPMs (Cost per Mille) von teilweise zwölf Euro an seine Freelancer bezahlt, muss diese Beträge auch wieder rein holen. Und das schafft Blasting News offenbar. Laut Gründer Manfredi soll der hochgerechnete Jahresumsatz im April 2017 bei zehn Millionen US-Dollar liegen – sein Unternehmen sei profitabel. Ein Webseiten-Besuch zeigt schnell, woher die Umsätze kommen. Auf Artikelebene werden die Leser mit Display- und Video-Ads bombardiert. Im sichtbaren Bereich startet sofort ein Video-Player, der nach mehreren Werbespots ein nicht zum Artikel passendes Videos abspielt. Gleichzeitig rutscht der Player beim Scrollen in die rechte Spalte und läuft mit Sound weiter. Zusätzlich platziert das Unternehmen mehrere Adsense- und Taboola-Widgets.

In Zukunft soll es ein Redesign der Seite geben, Manfredi will den Blastern mehr Tools an die Hand geben, um Video-Content zu erstellen. Auch VR und Audio-Beiträge seien wichtige Wachstumsfelder. Insgesamt wolle er sich von Facebook unabhängiger machen. Das soll mit einer Konzentration auf Voice Search, Chat Bots und einer stärkeren Community aus registrierten Nutzern gelingen. Derzeit arbeite sein Team an einem Selbstbuchungs-Tool für Advertiser. So könne demnächst jede Brand selbstständig Kampagnen auf Blasting News buchen – so wie es auch bei Google oder Facebook funktioniert.

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2 Kommentare

  1. David Karich 21.03.2017 um 10:07 Uhr Antworten

    Gibt es noch andere, ähnliche Portale, die nach diesem Prinzip arbeiten?

  2. Sebastian N. 08.05.2017 um 17:14 Uhr Antworten

    Ja die Bild.

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