Blackroll: Zwei Schwaben haben aus verklebtem Bindegewebe ein Millionen-Business gemacht

Blackroll im Podcast: Gründer Jürgen Dürr und Verwaltungsratspräsident Marius Keckeisen

Bis vor wenigen Jahren waren Faszien einfach nur der medizinische Fachbegriff für muskuläres Bindegewebe. Heute sind sie längst ein Millionen-Geschäft. Denn wer verhärtete Faszien mit einer Hartschaumrolle behandelt, lindert nicht nur Schmerzen, sondern steigert auch die Beweglichkeit und verbessert die Regeneration – so das Versprechen. Jürgen Dürr aus Stuttgart hat als einer der ersten das Potenzial solcher Produkte erkannt und mit der Gründung der Blackroll AG auch gleich noch den Gattungsbegriff geprägt. Im Podcast verraten er und Verwaltungsratspräsident Marius Keckeisen, wie es das Unternehmen ohne Investoren auf einen zweistelligen Millionen-Umsatz gebracht hat, welche Rolle Basketball-Legende Dirk Nowitzki dabei gespielt hat und welches heute das erfolgreichste Produkt ist.

„Ja, ich habe mir das Produkt und den Markennamen ausgedacht, aber ich würde mich nicht als Erfinder bezeichnen“, sagt Jürgen Dürr im Gespräch mit Philipp Westermeyer. Man könne schließlich einen Gegenstand in der Form eines Zylinders nicht mehr neu erfinden. Neu war die schwarze, aus expandiertem Polypropylen (EPP) hergestellte Blackroll trotzdem. „Das wurde vorher fast nur im Automotive-Bereich und für Lebensmittelbehälter verwendet“, so Dürr.

Jürgen Dürrs Interesse an Faszienrollen wird bereits im Jahr 2005 geweckt, als ein Freund ein frühes Produkt aus den USA mitbringt. „Zeitgleich tauchten die ersten Bilder von der Nationalmannschaft auf, die mit diesen – ich sag mal – qualitativ minderwertigen Rollen gearbeitet haben“, so der spätere Blackroll-Gründer. Lange denkt er auf der Idee herum, ein bessere Produkt zu bauen. Durch seine Jobs bei der ehemaligen Adidas-Tochter Erima und dem Hersteller von Sporthandschuhen Reusch verfügt er über ein gutes Netzwerk in den Handel und zu Sportvereinen.

Aus Versehen zum Gattungsbegriff

Diese Kontakte versucht Jürgen Dürr in der Folge zu aktivieren. Es dauert einige Jahre, bis die Nachfrage so groß wird, dass er alles auf eine Karte setzt. Ab 2010 widmet er sich Vollzeit der Blackroll und verkauft im ersten Jahr 20.000 Rollen. Heute hat das komplett eigenfinanzierte Unternehmen rund 60 Mitarbeitende und setzt 500.000 Schaumprodukte – neben Rollen sind das inzwischen unter anderem auch Bälle – im Jahr ab. Die von Philipp Westermeyer geschätzten 20 Millionen Euro Umsatz scheinen in die richtige Richtung zu gehen.

Dabei, und das betont Jürgen Dürr gleich zweimal im Podcast, sei es nie sein Plan gewesen, aus dem einen Produkt so eine große Firma zu bauen: „Ich wollte die Idee umsetzen, das zum Laufen bringen und möglichst schnell an eine große Organisation abdrücken, die das weltweit weiterbringt.“ Er habe auch entsprechende Gespräche geführt, mit Intersport und Adidas zum Beispiel. Ein Deal ist aber nicht zustande gekommen. „Da habe ich gedacht: Dann muss ich es halt selber machen“, so Dürr.

Mit Mitarbeiter Nummer drei kommt das Wachstum

2013 stößt schließlich auch Marius Keckeisen zur Firma dazu – nach mehreren Überredungsversuchen von Dürr. „Am Anfang habe ich noch nicht ganz verstanden, was in diesem einfachen Produkt stecken kann“, so Keckeisen, der vorher im Marketing bei Holiday Check unterwegs war. Welcher der wichtigste Kanal für das Wachstum der folgenden Jahre war, sei zwar schwer zu sagen; den einen Durchbruch habe es nicht gegeben. Trotzdem habe es ein paar wichtige Momente gegeben. Als Ex-NBA-Star Dirk Nowitzki im Trikot der Nationalmannschaft mit der Blackroll trainiert beispielsweise. Oder Ex-Profi Mehmet Scholl das Produkt bei Fußball-Übertragungen im Fernsehen erwähnt.

Bis heute seien Profi-Athleten und Hobby-Sportler, die ihren Einsatz von Blackroll-Produkten in sozialen Medien teilen, besonders wichtig für das Unternehmen; ähnlich wie Paid Traffic in den Netzwerken. Weltweit über 10.000 ausgebildete Trainer dienen zusätzlich als Multiplikatoren. Offizielle Partnerschaften wie die mit dem DFB oder FC Bayern München hätten entsprechende Effekte.

Von der Rolle über den Ball zum Kissen

Über 2.500 einzelne Produkte inklusive verschiedenen Farben habe die Blackroll AG heute im Sortiment; unterschiedliche Produktarten gebe es 40 bis 50. Und tatsächlich ist die berühmte Rolle, die längst zu einem Gattungsbegriff geworden ist, nicht mehr das wichtigste Produkt des Unternehmens. „Mit unserem Recovery-Kissen haben wir es geschafft, sie abzulösen“, verrät Keckeisen.

Wenn Ihr erfahren wollt, welche Rolle E-Commerce-Riese Amazon sowohl als Vertriebskanal als auch als Wettbewerber für die Blackroll AG spielt, wie kostspielig der Kampf mit Copy Cats war und weshalb Jürgen Dürr und Marius Keckeisen beide nur noch im Verwaltungsrat aktiv sind, hört jetzt in den OMR Podcast rein.

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Die Themen des Podcasts mit Jürgen Dürr und Marius Keckeisen, Gründer und Verwaltungsratspräsident der Blackroll AG:

  • Was ist eigentlich eine „Blackroll“, wer hat das Produkt erfunden und was hat das alles mit Fußball-Trainer Jürgen Klinsmann zu tun? (ab 03:50)
  • Hat Jürgen Dürr einen medizinischen oder therapeutischen Background? (ab 05:20)
  • Eigentlich wollte Dürr das Produkt Blackroll früh an Intersport oder Adidas verkaufen. Heute dürfte er froh sein, dass man sich nicht einigen konnte… (ab 07:05)
  • Wie hat Dürr aus der Hartschaumstoff-Rolle das Produkt Faszienrolle gemacht? Welche Rolle hat dabei Content gespielt? (ab 08:00)
  • Wie viel kostet eine Blackroll in der Produktion? Und weshalb wollte Dürr nicht in China produzieren? (ab 09:00)
  • Zwei Jahre lang hatte Jürgen Dürr das Projekt nur nebenbei vorangetrieben, erst ab 2010 hieß es: „Vollzeit Blackroll“ (ab 13:20)
  • Wie viele Produkte verkaufte das Unternehmen 2010? Wie viele sind es heute? (ab 13:45)
  • Wie viel Umsatz macht die Blackroll AG derzeit? (ab 14:30)
  • Welche Rolle hat der Zeitgeist beim Wachstum von Blackroll gespielt? Wo kamen die Mittel für die ersten Jahre her? (ab 15:05)
  • Wie wichtig war der Zugang zu Mannschaften, Sportarten wie Basketball und Reha-Zentren für die Blackroll AG? Und wie wurde Ex-Basketball-Profi Dirk Nowitzki zum Blackroll-Fan? (ab 17:00)
  • So kam Marius Keckeisen zur Blackroll AG (ab 19:10)
  • Das waren Keckeisens ersten Schritte, um Blackroll zur Marke zu machen (ab 17:40)
  • Über Patente und Wortmarken (ab 24:20)
  • In diesen Ländern ist die Blackroll AG aktiv (ab 24:45)
  • Wie viel verkauft das Unternehmen über Händler und wie viel direkt? (ab 25:40)
  • Was waren die wichtigsten Hebel auf dem Weg zum DTC-Geschäft? (26:20)
  • Wo und wie spielt Blackroll eigenen Content aus? Welches ist der wichtigste Kanal? (ab 27:20)
  • Mit welchen Vereinen und Clubs hat Blackroll Partnerschaften oder sogar Lizenz-Deals abgeschlossen? (ab 29:10)
  • Welche einzelne Marketing-Aktion hatte den größten direkten Effekt auf Verkäufe? (ab 32:35)
  • Ist Amazon der größte Handelspartner der Blackroll AG? Und welche Rolle spielt Zalando? (ab 37:05)
  • Wie geht das Unternehmen mit Wettbewerbern und Nachahmern um? (ab 38:15)
  • Inzwischen hat ein Produkt der Blackroll AG die berühmte Faszienrolle als umsatzstärkstes Produkt abgelöst (ab 40:10)
  • Wie entstehen Ideen für neue Produkte? (ab 41:20)
  • So ist die Lage beim Thema CRM (ab 43:15)
  • Deshalb hat Blackroll weltweit über 10.000 Trainer ausgebildet (ab 45:30)
  • Wie hoch ist das jährliche Marketingbudget der Blackroll AG? (ab 48:40)
  • Weshalb haben Jürgen Dürr und Marius Keckeisen das operative Geschäft in Richtung Verwaltungsrat verlassen? (ab 51:30)
  • Gab es jemals Übernahmeangebote für die Blackroll AG? (ab 54:00)
  • Was würde Marius Keckheiten als erstes machen, wenn er mehr Kapital zur Verfügung hätte (ab 58:00)
  • Wie viele Menschen nutzen die Blackroll App im Monat? (ab 59:00)
  • Wer ist der härteste Wettbewerber? (ab 59:20)
  • Weshalb hat die Blackroll AG ihren Sitz in der Schweiz? (ab 59:50)
  • Wie ist der Markt für „Foam Roller“ in den USA? Und welche Rolle spielt eigentlich Amazon? (ab 1:01:45)
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